Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Grieche, als der entnervte Römer die erhabene Bildung, des AlterthumS, diese Lehrerin der Welt »och heute, vor den Bogen und Speeren barbarischer Horden untergehen sah — fürwahr! wer glaubte damals nicht die Menschheit untergehen in den Trümmern Athen's und Rom's, war sie damals nicht gealtert, dem Tode zuwankend, wo Rohheit, Sittenlosigkeit, blutige Gewalt, Unwiffenheit und Geistesbarbarei sich über die Völker legten und Vernunft und Herz erdrückten? Aber ich ward gefeiert, Peßach im Blnthenmond auch auf diesen großen Winterfluren der Menschheit, und nachdem die Jahrhunderte der mittelalterlichen Sturmes- und Frosteszeit vorüber waren,, kam ein neuer Frühling der Menschheit mit größerer Pracht und Herrlichkeit; lange dauerte der Kampf der Sonne mit dem eisigen Nord, ja er währt noch jetzt, denn immer wieder kommt aus den Schneeregionen jenes Mittelalters ein Windstoß in die prangende Flur der Menschheit, wo Humanität, Recht, Gesittung, Vernünftigkeit und Herzensfrömmigkeit die schönsten Blüthen entfalten, die herrlichsten Früchte reifen... Was soll man zu einem so abgeschmackten, faden Gewäsch, das sich ein Peßachwort nennt, sagen? Durch die letzten Worte fühlt man sich nicht nur in einen lieblichen Blüthenmond, sondern in das Paradies versetzt, wenn man nur in die prangende Flur der Menschheit, wo Humanität u. s. w. schauen darf. Die „bodenlose Sittenlosigkeit" u. s. w. u. s. w. eristirt nicht mehr, diese Erscheinung hat in wenigen Minuten der „prangenden Flur" Platz gemacht; das Eine wird weg-, das Andere herbeigczaubert. Doch so ganz geheuer scheint es immer noch nicht zu sein; mit gesperrter Schrift macht der Verf. auf „Schneeregionen jenes Mittelalters" aufmerksam; die drei kalten Herren scheinen noch nicht vorüber zu sein. Wenn aber „die Menschheit in Herzensfrömmigkeit prangt." so muß doch die ganze Welt ein Paradies sein, wo und welches sind denn da „die Schneercgionen jenes Mittelalters?" „Die prangende Flur der Menschheit" kann doch nicht zugleich das schauerliche Land „der Schneeregionen" sein? Oder sollen etwa die Schneeregionen jenes Mittelalters die Nationen, h. h. alle nicht jüdischen Völker