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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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134 lassen; dann wundern wir uns auch nicht mehr, daß der Vers, seinen Gott mit seiner Vernunft begreifen kann, denn eine solche Heiligkeit, wie die des Vers., finden wir bei den Göttern der Heiden, und diese Gottheiten liegen allerdings nicht außer dem Bereich des vernünftigen Begreifens, selbst dann nicht, wenn man auch eine „Mehrheit von und in" ihnen annimmt und sie nicht auf eine Einheit reduciren kann. Indem aber bei dem Verf. die Heiligkeit mit bodenloser Sittenlostgkeit in Gemeinschaft steht, und er trotz solcher Sittenlosigkeit die Menschheit für heilig erklärt, auch Andere warnt, die Menschheit zu schmähen und anzutasten, thut er eben dasselbe, was Korah that, und erdreistet sich, Gott selbst, den Heiligen, zu schmähen und anzutastcn. Er führt das Zeugniß der Schrift an, daß das Dichteil des menschlichen Herzens nur böse ist von Jugend an, und dann kommt sein Ruf: die Menschheit ist heilig. Das Zeugniß Gottes erklärt die Menschheit für durchaus böse und der Heilige in Israel verlangt daher: ihr sollt heilig sein; dieser Verf. aber zieht'die Heiligkeit in den Sündenkoth und warnt: tastet die Menschheit nicht an, fie ist heilig! Ist sie nun böse, wie kann sie denn heilig sein? Von einer durch das Verdienst eines Andern erlangten Heiligkeit, die dem Sünder durch den Glauben zu Theil wird, weiß doch der Verf. nichts. — Doch wir wollen weiter hören. — „Und endlich: wenn dies nicht wäre, siehe! das Peßach erhebt sich und sagt: ich bin Dir dennoch Bürgschaft und Pfand, daß die Menschheit nimmer altert und vergeht, dieweil sie 'n ntrye Werk Gottes ist. Frage nur mich: mich feierte Juda in Babel und Niniveh, als die Zerstörung über diese prächtigen Monumente der Menschheit kam, und die große assyrische und chaldäische Bildung (Eultur) von Feuer und Schwert gänzlich unterging, daß jetzt erst die Trümmerstätten von dem darauf gehäuften Schutt entblößt werden — aber die Menschheit erstand frischer und fröhlicher aus diesem großen Grabe; mich feierte Juda, als in Susa und Memphis die große persische und egyptische Bildung vernichtet wurde, daß aus dem Sande der Wüste nur hier und da die stummen Zeugen des einst mächtigen Geistes Hervorschauen; ich, das Peßach, war schon mit Juda über die Erde gebreitet, als der entartete

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