Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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133 in die Menschheit Hineinposaunen. Andere vor ihm haben aber auch schon ziemlich gleiche Sprache geführt, z. B. ein Caiphaö im % Test, rief auch unter das Volk: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts. Joh. 1l, 49. 59. Nur der Herr Vers, des Peßachwortes hat hier ein Recht zu sprechen; er, und er allein ist der Mann, der Etwas weiß. „Dein Auge", setzt er hinzu, „ist umflort, und darum siehst du so dunkel und trübe." Nur der Vers, hat klare und helle Angen, mit denen er nicht nur „Dieses und Jenes", sondern „das Ganze überblickt." Ganz natürlich; denn er versteht es, „das Unendliche und Unermeßliche" in „eine Einheit" zu bringen und zu „begreifen". Ob diese verächtliche oder bedauerliche Aburtheilung über Andere und diese Aufgeblasenheit über sein eigenes Wissen, dieser Dünkel über der ganzen Menschheit zu stehen und Alles besser zu wissen und zu sehen, etwas Anderes ist als ungeheurer Sauerteig, der an ihm klebt, oder vielmehr in ihm steckt, ist wohl nicht schwer zu entscheiden. Doch darüber wollen wir weiter Nichts sagen; aber an ein ernstes Wort eines Meisters in Israel werden wir dabei erinnert, das lautet: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprechet: Wir sind sehend, bleibet eure Sünde. Joh. 9, 4t. — Sieht denn aber der Vers, wirklich so hell und klar, wie er in seinem Peßachworte vorgiebt? Er schildert „die Menschheit mit diesen Leidenschaften und Begierden, mit dem Egoismus, der Heuchelei neben bodenloser Sitlenlosigkeit" u. s. w. und ruft dann doch aus: „die Menschheit ist heilig, wolle sie nicht schmähen und antasten." Es ist dies Peßachwort in diesem Stück ein ächtes, treues Seitenstück zu der Erklärung, die einst Korah und sein Anhang in Israel abgaben, da sie sich wider Mose und Aaron versammelten und zu ihnen sprachen: Ihr machets zu viel. Denn die ganze Gemeine ist überall heilig. 4. Mos. 16. Wir Christen und alle Völker der Erde sollten uns eigentlich alle demüthigst bei dem Vers, bedanken, daß er uns in seinem Peßachworte mit solcher Hochachtung und Liebe behandelt, daß er uns sogar für heilig erklärt. Wenn es aber mit der Heiligkeit eine solche Bewandtniß hat, wie in diesem Sauerteige des Peßachwortes, wenn „bodenlose Sittenlosigkeit Heiligkeit" ist, dann wollen wir dem Vers, seine Heiligkeit