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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1*81 glänzt und leuchtet, und eS treibt und sprießt und blüht uud reift wie vorher --" Diesen Trost, den der Vers, des Peßachwortcs hat und giebt, hatten und haben leider oder vielmehr glücklicher Weise alle jene Israeliten nicht, die Peßach im „Aehrenmonat" feierten oder feiern, die blieben und bleiben in der „unendlichsten Trostlosigkeit", wurden und werden „ins Verderben getrieben"! Man fühlt unwillkürlich aus einem solchen Peßachwort, obgleich es voll ist von „Duft und Blüthe und dem Gesang des Lenzes" eine Art von Verzweiflung heraus und findet zugleich die Wahrheit bestätiget, daß der Mensch immer ein Etwas hat und haben will und muß, woran er sich hält, woran er sich in dieser Zeit aufrichtet. Der Mensch ist elend und hat in sich keinen Trost. Das rechte Israel des alten Bundes fühlte das Elend auch, suchte auch Trost, aber nicht im Blüthenmond, auch nicht im Aehrenmonat, sondern» in dem lebendigen Gott, der ihnen geboten Peßach zu feiern; in dem lebendigen Gott, der sie mit starker Hand erlöset, mit Gnaden geleitet, und der sie auch ferner nich) verlassen noch versäumen wollte. Ein David suchte auch Trost, als er den Gottlosen vor sich sah und all das Elend umher; er fragt auch: Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Er klagt Ps. 42. Meine Thränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt : Wo ist nun dein Gott? Ach, und er konnte nicht Peßach lm Blüthenmond feiern, sondern that es im Aehrenmonat! War er etwa darum in „unendlicher Trostlosigkeit", wurde er etwa darum „ins Verderben getrieben?" Er fragt nicht blos: Nun, Herr, weß soll ich mich trösten, sondern weiß auch eine Antwort zu geben, die mehr Trost enthält als das ganze Peßachwort mit .der romantischen Schilderung deS Frühlings; diese Antwort heißt kurz und einfach: ich hoffe auf Dich; harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Und diese Hoffnung auf den Herrn ist der Trost Israels zu aller Zeit. Weil aber unser Verf. diesen Trost nicht kennt und doch das Bedürfniß des Trostes nicht wegleugnen kann, so ist er rath- und trostlos; weil er nur einen Gott hat, den er mit seiner armseligen Vernunft begreift, so hat er eben so wenig 9*

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