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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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130 dekbet hatte, scheint der Verf. Nichts zu wissen, oder will er Nichts wissen. „Was aus der Menschheit geworden, sie ist eS durch Gott," sagt der Verf. Daß Kain ein Brudermörder geworden, das ist er also durch Gott; daß der Menschen Bosheit auf Erden groß wurde, das wurde sie durch Gott; daß Sodoms und Gomorras Sünden zum Himmel schrieen und Gottes Gerechtigkeit herausforderten, das wurden sie durch Gott. Doch was bedarf es noch der Erwähnung einzelner Begebenheiten, da das, „was aus der Menschheit geworden," also auch „ihre Stumpfheit, Egoismus, Verhöhnung von Vernunft" u. s. w. u. s. w. alles Werk Gottes ist!? — Wahrlich das ist ein süßes Peßachwork! — Wenn der Verf. den Verfall der Menschheit ansieht und dann denkt, ihr „Greisenalter" könne gekommen sein, da wird ihm einen Augenblick bange, er fühlt sich „trostlos," „unendlich trostlos," er ruft sogar fast in Verzweiflung aus: „das ist unsäglich und treibet ins Verderben." Aber er ist nicht lange in Verlegenheit, er weiß bald Rath und Trost, denn er fährt also fort: „Da erhebet sich dieses Peßach im Blüthenmonat und leget Zeugniß davon ab und rufet Dir zu vor Allem: Sprich nicht, was war doch, daß die früheren Tage besser als diese gewesen? denn nicht aus Weisheit frägst Du so. (Pred. Schel. 7, 10.) Ueberschätze nicht die Vergangenheit, die Leidenschaften der Menschen waren wach zu aller Zeit, ihr Herz zum Bösen geneigt vom Beginn an. <1. Mos. 8, 21.) .Was wißt Ihr? Dein Auge ist auf Dieses und Jenes gerichtet, aber überblickst Du das Ganze? Die Menschheit ist heilig, ein Hciligthum Gottes, wolle sie nicht schmähen und antasten, denn Du umfassest sie nicht mit Deinem Geiste. Dein Auge ist umflort und darum stehest Du so dunkel und trübe.... Und ferner: wenn es nun auch so wäre: weißt Du, ob es nicht blos ein rauher Tag ist, wie er bisweilen mitten in den schönsten Frühling, in den heißesten Sommer eintritt, wo der eisige Nord die Blüthen abschüttelt und in den Staub wirst! viele fallen, aber mehr noch bleiben fest am lebendigen Zweige... aber harre nur bis zum andern Morgen, siehe: Du öffnest das Auge und der Himmel ist wieder geklärt und die Sonne

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