Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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127 Erstarrung des Winters, das heißt wohl aus den Banden des bisherigen Talmudjudenthums, und aus dem Druck unter den Nationen. Die Hoffnung der Erlösung Israels theilen wir auch, und zwar hoffen wir eine größere und herrlichere, nicht bloß eine Erlösung auS den Fesseln des Talmuds und des Rabbinismus, auch nicht bloß eine Erlösung von dem Druck, den sie so lange von den Nationen erfahren, sondern auch eine Erlösung aus den Fesseln und der Erstarrung des aufgeklärt sein wollenden Unglaubens, eine Erlösung aus der Zerstreuung unter die Völker, eine Erlösung, mit einem Worte, aus der Knechtschaft der Sünde. Diese Hoffnung finden wir nicht darin begründet, daß Israel in vielen Ländern im Blüthenmond Peßach feiert, im erwachten Lenz, das wäre ein erbärmlicher Grund, sondern in den klaren Verheißungen des untrüglichen Gotteswortes. Und diese Erlösung wird dann kommen, wenn Israel das ungeheure Convolut von 18VVjährigem Sauerteige der ungläubigen Verwerfung seines Messias entfernt, und das rechte Peßach halten wird in bußfertiger und gläubiger Anerkennung und Annahme Jesu Christi, welcher das einzige und rechte Osterlamm und „der Gott Erlöser ist aus jedweder Noch und Drangsal." Das war die Einleitung zu dem Peßachwort, nun folgt Eintheilung und Abhandlung, indem es also heißt: „Und»darum giebt dieses Peßachsest im Blüthenmonat, giebt und erneuet 1) eine Bürgschaft für die ganze Menschheit, Ä) eine Bürgschaft für Israel, und 3) eine Bürgschaft für jedweden Einzelnen. Diese lasset uns vor das forschende Auge deS Geistes bringen und ihren Werth prüfen mit Ernste. 1. Die menschliche Gesellschaft ist auch eine Schöpfung Gottes, ein Werk Gottes, wie draußen die Werke seiner Hand in der Natur. Er hat diese Menschenwelt geschaffen, theils wie er den Menschen selbst schuf mit diesem Triebe zur Geselligkeit, mit dieser Nothwendigkeit der Gesellschaft, mir diesem Hang zur Persönlichkeit in Eigenthum und Geltung, mit diesen Leidenschaften und Begierden, theils wie seine Vorsehung die Menschen, Völker und Menschheit