Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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126 geschnitten werden, kaum daß die Spitzen der zukünftigen Ernte durch die Erddecke gedrungen sind — uns ist es vielmehr ‘nyaan an, Yamn-en an der Blüthenmond, der Monat des erwachten Frühlings, wo die goldenen Strahlen wärmend auf die Erde fallen, und diese mit frischem, saftigem Grün sich bekleidet, wo laue Lüfte über die Erde streichen und an Strauch und Baum Knospe, Blüthe, Blatt hervorlocken, wo die Schwalbe, die Lerche, die Nachtigall zurückkehren und die einsamen Gebüsche bevölkern und den stillen Wald mit ihren Gesängen durchtönen, wo die Saat der tiefgezogenen Furche anvertraut worden und ihre zarten Halme heraufschickt an Licht und Luft.-Und so vereinigt sich uns im Peßach der Gott Erlöser aus dem knechtenden Aegypten mit dem Erlöser-aus den Fesseln und der Erstarrung des Winters, der Gott Erretter aus jedweder Noch und Drangsal mit dem Retter aus den Nöthen und Bedrängnissen der rauhen Sturmes- und Frosteszeit, der Gott, der die Freiheit giebt unterdrückten Völkerstämmen, mit dem Gott, der den Sonnenstrahl und den Duft und die Blüthe und den Gesang deS Lenzes verleih!, der Gott, der die Brust auch des niedergetretenen und gebeugten Menschen mit Hoffnungen der Erlösung wie mit neuen „süßen Hoffnungen des Frühlings schwellt! Oben hat der Vers, mit vielen Bibelstellen bewiesen und nachdrücklich hervorgehoben, daß Israel im „Aehrenmonat" Peßach feiern sollte, hier ist der Aehrenmonat ein „Blüthenmond" geworden, und es wird nun ebenfalls mit vielen Worten dargethan, daß der Blüthenmond sich viel besser eigne für die Peßachfeier als der Aehrenmonat, weil so eine viel umfassendere Bedeutung in der Peßachfeier enthalten sei. Der Vers, hat den Gott in der Natur nicht nur begriffen, sondern er weiß und versteht die Dinge nun auch schon viel besser als dieser Gott. Schade, möchte man sagen, daß der Vers, nicht damals lebte, als der Gott Israels das Peßachfest einsetzte, er hätte demselben den klugen und vernünftigen Rath geben können, doch nicht den unpassenden Aehrenmonat zu wählen, sondern den Blüthenmond. — Der Blüthenmond kündigt dem Vers, eine Hoffnung der Erlösung Israels an; seine Erlösung scheint aber eine sehr armselige zu sein, keine andere, als aus den Fesseln und der