Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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124 und alle anderen Gottesmän"er keine solche Doctoren, konnten auch zu keinen solchen Doctoren in die Schule gehen, um die hohe Kunst zu lernen, wie man es anfangen müsse, um den Gott in der Natur mit der Vernunft zu begreifen. Diese hohe Weisheit lernen wir erst im 19. Jahrhundert aus der Allg. Zeit. d. Judenth. In Nr. 26 derselben von 1856 schreibt der Herausgeber in einem Artikel mit der Ueberschrist: „Am Meere" — also: „Gott hat des Menschen Geist wundersam gebaut. Da dieser, gebunden an das Sinnlich- Wahrnehmbare, an das Endliche, Begrenzte, nicht vermag, das Unendliche, Unbegrenzte zu fassen: so ist ihm dadurch geholfen, daß er das Unermeßliche als eine Einheit sich vorstellt und dadurch selbst das Unendliche begreift. Gott, das unendliche Wesen, erscheint ihm als Einheit, als Eines, als der Einig-Einzige, als das durch und durch und Ewlg-dasselbige — und stehe, er hat diesen ^unendlichen Gott begriffen und sich zueigen gemacht." — So viele Menschen im Laufe der Jahrtausende auch das Weltmeer mögen gesehen haben, sie haben es Alle angesehen, wie das Kalb das neue Thor und Nichts gelernt; nur der Vers, des Peßachwortes bat am Meere die Lection gelernt, wie man es machen muß, um Gott zu begreifen, und als Doctor— Lehrer, behält er nun das Gelernte nicht für sich, söndern ist so freundlich, die Lehre auch sogleich vom Meere aus in die Welt zu senden, und Anderen dasselbe zu lehren. Die Aufgabe ist ganz einfach, wie Eins und Eins ist Zwei, nur ist Niemand darauf gekommen. Man denkt sich den unendlichen Gott als Einheit und die Sache ist abgethan, denn indem man diesen Gedanken Eins oder Einheit faßt, da hat man Gott begriffen, und nicht nur begriffen, sondern ihn sich auch schon „zueigen" gemacht. Alle die Leute der frühern Jahrhunderte und Jahrtausende waren doch wirklich sehr einfältige Leute und zugleich Leute, die eine „Mehrheit von und in Gott" festhielten, denn sie reden von einem wunderbaren, geheimnißvollen, unbegreiflichen Gott, und also ist es doch offenbar, daß sie sich nicht zu dem Gedanken der Einheit Gottes emporschwingen konnten. Denn hätten sie das vermocht, so hätten sie ja den ihnen bis dahin unbegreiflichen Gott begriffen. Wenn der königliche Psalmist die Natur