Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1857-01-01 · 6-7 (1857) · page 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
6-7 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554677-2554682--02704-2558582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

107 den Seiten und im Rücken erhoben sich die Spitzen des Tebal Boaria, berühmt durch ihre furchenähnlichen Abrisse, die beim Licht der »iitergehenden Sonne nur undeutlich sichtbar waren; und in den Schatten der eindringenden Nacht stiegen in weiter Ferne die kühnen und düstern Rücken des thurmartigen Barass zu den dunkeln Wolken empor. Ali, der über eine Viertelstunde die Bewegung der Wolken beobachtet hatte, riefplötzlich aus: „YaAbdallah, ya Abdallah,“*) geben Sie dem Esel die Peitsche und eilen Sie davon, denn es ist ein Gewitter in der Lust. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, als auch schon einige Blitze folgten und uns umleuchteten. Der in der Ferne rollende Donner näherte sich dem Gebirge, bis die starken Schläge desselben, die in den vielfachen Felsen wiederhallten, den Boden unter unfern Füßen zittern machten. Ich suchte Schutz vor dem Kampf der Elemente zwischen zwei Granitblöcken und beobachtete hier, geborgen vor den heftigen Regengüssen, ein höchst majestätisches Schauspiel. Das Gewitter dauerte über eine halbe Stunde, aber es hörte nicht aufzu blitzen, und die Blitze zeigten uns, auf welchem schlüpfrigen Wege wir uns befanden, aber im nächsten Augenblicke waren wir wieder in einem undurchdringlichen Dunkel. Nach vieler Anstrengung erreichten wir endlich LI Beia, ein kleines Dörfchen, wo wir die Nacht über blieben. Mit Tagesanbruch zogen wir in Begleitung einer andern Reisegesellschaft weiter. Auf den gestrigen Regen folgte diesen Morgen ein dichter Nebel, so daß Berge, Thäler, Dörfer und Alles eingehüllt war. Um zehn Uhr hielten wir in der Nähe einer arabischen Hütte an, um unsre Thiere zu füttern und um unser Frühstück zu genießen. Letzteres bestand aus heißen halbgebackenen Kuchen, auf die wir etwas Butter gossen, die wir bei uns hatten. Das Ganze wurde dann in einen irdenen Topf gethan und zu einem Teige oder Brei gearbeitet; ein Jeder langte dann mit seiner rechten Hand in den schwarzen *) Meine Freunde in Hodeidah nannten mich in ihren Empfehlungsbriefen vsrvisvb Abdallah, da sie mit Recht fürchteten, mein eigentlicher Name könnte Verdacht erregen und würde auch für eine arabische Zunge zu schwer auszusprechen sein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.