Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 6-7 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 dann vor aller Welt offenbaren wird, daß Gott Sein Bolk nicht verstoßen hat." Zum Schluffe spricht der Herr Marquis noch darüber, wie die englische Kirche gerade deswegen zu dem Werke der Misston unter den Juden geeignet sei, weil sie eine protestantische Kirche ist. Ihm folgte dann Herr Prediger Jetter, welcher erst vor Kurzen von einer Reise nach Jerusalem zurückgekehrt war. Wir heben aus seiner Rede nur folgende Stelle heraus: „Ihr werdet mir vielleicht erlauben, zuerst einer Scene Erwähnung zu thun, von der ich am Ostersonntage Zeuge war, und die ich niemals vergessen werde. Auch Andere werden sich derselben noch lange erinnern. Ein englischer Reisender, welchen ich nach dem Gottesdienste sah, vr. D ickenson, sagte zu mir: Nie habe ich einem solchen Gottesdienste beigewohnt, wie wir ihn diesen Morgen gehabt haben. Zuerst hatten wir unfern herrlichen Morgengottesdienst, dann hatten wir die Ordination zweier Missionare unter den Juden — von denen einer ein bekehrter Israelit, der andere ein Engländer war. Der Bischof selbst leitete den Gottesdienst, welcher der Ordination voranging. Nachher nahmen wir an dem heiligen Abendmahl Theil, und ich sähe zu meinem Erstaunen an 100 Communicanten zu dem Tische des Herrn nahen. Unter ihnen waren 30 Araber. Sie traten zuletzt ein, weil sie an einem andern Orte dem Gottesdienste in ihrer Muttersprache beigewohnt hatten. Sie interessirten mich außerordentlich. Ich kann es nicht mit Worten ausdrücken, was ich bei ihrem Anblicke empfand. Eine englische Dame, mit der ich am folgenden Tage sprach, drückte ihr Erstaunen und ihre Dankbarkeit aus, daß es ihr vergönnt worden sei, von dieser interessanten Scene Zeuge zu sein. Den Proselyten in Jerusalem kann ich ein gutes Zeugniß geben — Jerusalem kann gegenwärtig nicht die heilige Stadt genannt werden, obschon das Evangelium auf dem Berge Zion ebenso rein gepredigt wird, wie in irgend einer Kirche in diesem Reiche. Die Proselyten dieser Gesellschaft kommen beständig mit ihren ungläubigen Brüdern in Berührung und haben so Gelegenheit ihnen in Wort, That und Beispiel das Evangelium von Jesu Christo zu predigen. Ich kann auch hinzufügen, daß die Kirche auf dem