Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 6-7 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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87 und heiligste Pflicht ist. Es ist ein Gegenstand zu großer Dankbarkeit, daß hier Jemand gegenwärtig ist, welcher, wie ich sagen möchte, und er hat sich selbst so genannt, der Repräsentant der Bischöfe der englischen Kirche ist. Ich meine, ihr alle werdet mir beistimmen, vaß für die Kirche Englands nichts von größerem Nutzen sein kann, als das, daß sie eine geistliche Kirche ist. In der That, sogar das Bestehen dieser Kirche hängt davon ab, daß sie eine geistliche Kirche ist. Es ist nicht genug, daß sie sich des äußern Pompes und äußerer Pracht rühmt — es ist nicht genug, daß sie Gesetze hat, sie zu beschützen — es ist nicht genug, daß sie bedeutendes Vermögen und Eigenthum besitzt, um große Einkünfte zu sichern — sondern sie muß das Leben aus dem Geiste Gottes in sich wohnend und bleibend haben. Die Kirche Englands kann nur eine geistliche Kirche sein, wenn sie sich Werken hingiebt, welche geistlich sind, und daher freue ich mich, daß die Bischöfe und ihre ersten Würdenträger bei dieser Gelegenheit hier vertreten sind. Wir sollten in der That daran denken, was wir für die Juden thun, und die beredten Bemerkungen, welche der hochwürdige Prälat gemacht hat, müffen uns veranlassen zu erwägen, was die Juden für uns thun, und ich glaube, daß von allen Feldern der Thätigkeit und Nützlichkeit, auf denen die Kirche Englands, auf denen einzelne Christen thätig sind — ich glaube, daß von allen Gegenständen der christlichen Thätigkeit und Nützlichkeit Keiner ist, welcher das Gemüth so vergeistigt und so tief in Erkenntniß der Schrift und des Willens GotteS einführt, wie die Mission unter den Juden. Wenn wir die Geschichte irgend eines Landes lesen, so mögen wir einige unbestimmte und allgemeine Notizen von besondern Ereignissen sammeln, auf welche sich diese Geschichte bezieht; aber wenn wir in jenem Lande reisten und würden die Denkmäler sehen, welche die Ereignisse, von denen wir gelesen haben, in unser Gedächtniß zurückführen müffen, so würden alle Jveenverbindungen und Eindrücke, welche unser Gemüth erhalten hat, doppelt befestigt werden; sie würden eine Kraft und Stärke erhalten, welche ihnen nichts Anderes gewähren kann. Dies ist besonders wahr in Betreff des Gegenstandes, den wir jetzt behandeln, weil die Geschichte, auf welche ich anspiele, die Bibel ist — wie sie so eben „das Buch der