Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Allein unter der Schlange t£fnü ist nicht blos die natürliche Schlange zu verstehen; sondern der Teufel, der durch die Schlange redete. Gründe: 1. Die Schlangen sind unvernünftige Thiere, die nicht reden können, noch viel weniger Geheimnisse zu verstehen vermögen. 2. ES redet diese Schlange nicht von irdischen, sondern von göttlichen Dingen, von Gott, von der Religion, von Gottes Erkenntniß, Gottesdienst, ja von Auslegung des göttlichen Wortes, und unterstand sich selbst, von zukünftigen Dingen zu reden. Solche Dinge liegen nicht in den Grenzen der Kraft einer natürlichen Schlange. 3. Die natürliche Schlange stand, wie alle sichtbaren Dinge, unter des Menschen Herrschaft, dieser aber konnte sich kein Thier widersetzen, folglich konnte dies die Schlange auch nicht, besonders da mit diesem Gespräche dem Menschen nach Leib und Seele, Leben und Seligkeit gestanden wurde. 4. Die natürliche Schlange ist eine gute Creatur Gottes gewesen; denn Gott sähe an Alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.. 1. Mos. 1, 30. Diese Schlange aber lästerte Gott, verkehrte seine Worte, betrog den Menschen durch Lügen, und brachte über das ganze menschliche Geschlecht den geistlichen und ewigen Tod — daher kann es nur der Satan in der natürlichen Schlange gewesen sein, der ein Mörder und Lügner ist von Anfang. Joh. 8, 44. 5. Wäre es eine blos natürliche Schlange gewesen, so würde folgen, daß diese Schlange eine viel größere Weisheit besessen hätte, als der Mensch, der doch nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen war, und den Gott mit großer Weisheit ausgerüstet hatte. Aus diesen und noch andern Gründen ist obigeS Vorgeben der Rabbinen als unhaltbar, ja thöricht zurückzuweisen. Dazu kommt, daß im Alten Testamente der Teufel als eine Schlange, und die Sünde als ein Schlangengift häufig genug dargestellt wird. Schon Moses nennt die Sünde Drachen-Gift und Ottern-Galle, 5. Mos. 32, 33 und redet V. 17 von Götzen, eigentlich Verwüster, Zerstörer, weil der Teufel mit seinen Dämonen sein Spiel auch namentlich an wüsten Orten treibt. Luc. 11, 24. Die Uebersetzung der Siebzig Dollmetscher gibt das Wort durch dcu(i6via, Dämonen, böse Geister. Und David spricht Ps. 106, 37: