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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 4-5 (1857) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
4-5 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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63 Gottes entfalten, so wie über das innere Leben des Menschen. Ich wünschte diese Gemüthsanstrengung zu vermeiden, da es für seine Kraft zu viel war; dieselbe Anstrengung dauerte jedoch fort, wenn auch seine Lippen schwiegen. „Mein Heiland, sagte er, ist die einzige Hoffnung meiner Seele und mein ganzes Verlangen, das kann ich in diesem Augenblick mit der vollsten Wahrheit bezeugen". Ich hielt es für meine Pflicht zu schweigen, da er wiederholentlich die Frage an mich richtete, ob ich ihm etwas Besonderes zu sagen habe? Diese Frage bezog stch wahrscheinlich auf die äußeren Verhältnisse der Mission; es schien mir aber jetzt nicht die geeignete Zeit zu sein, diesen Gegenstand zu berühren; dies war nämlich der einzige, über den wir verschiedener Ansicht waren. So lange er gesund war, hatte ich ihm gewissenhaft und ohne Rückhalt meine Meinung mitgetheilt; wiewohl nun mein Widerspruch ihm schmerzlich war, so bin ich doch meinem treuen Freunde das Zeugniß schuldig, daß diese Verschiedenheit seiner Liebe zu mir keinen Eintrag that. Unsere vielfachen Unterredungen bezogen sich aus ein ganz anderes Feld in Verbindung mit dem Schriftstudium, und hier kann ich sagen, war die Harmonie unserer Ansichten und Gesinnungen im höchsten Grade eine gegen- . seitig nützliche und erbauende. Der theure Kranke war sehr erfreut, wenn ich ihm gelegentlich Stellen der heil. Schrift und Liederverse vorlas, bald im Englischen, bald im Deutschen. Er selbst fing das deutsche Lied an: O Ursprung des Lebens u. s. w. Besonders ergriff er das Bild in den Worten: Lebendige Quelle, So lauter und Helle u. s. w. Und von ganzem Herzen stimmte er in die Worte des dritten Verses ein: Hier komm ich mein Hirte u. s. w. Ebenso wünschte er auch die Worte eines anderen Liedes zu hören: Jchchabe nun den Grund gefunden u. s. w. Bis zu seinem letzten Augenblicke bewies er sein tiefes und herzliches Interesse an dem Volke Israel und führte in dieser Hinsicht manche hebräische Stellen an. In der letzten Zeit machten ihm die mancherlei Spaltungen in der christlichen Kirche manchen Kummer. Hinsichtlich der großen Schwierigkeiten der Jerusalemer Mission hoffte er Vieles von der Rückkehr des Bischofes nach Jerusalem. Ich bemühte mich, ihn

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