Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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63 ging er von seiner Wohnung in die Sakristei und faß dort bis zu Ende der Predigt, die ein Geistlicher aus London hielt, der Jerusalem besuchte. Der Gang seiner Krankheit war so täuschend, daß, als er Freitag in seiner Stube saß, er auf die Erkundigungen nach seinem Befinden sagte: „Es geht Alles gut, das Fieber ist vorüber, die Medizin hat sehr heilsam gewirkt, es ist nichts weiter zu wünschen". Als er so sprach, war es jedoch nicht so ganz'sein eigentliches Wesen, denn zu anderer Zeit drückte er stch zweifelhaft aus Wer seine Genesung; im Allgemeinen freilich nicht so. Pastor Valentiner, den er sehr hoch schätzte, war viel bei ihm und erzählte mir manche Umstände von der letzten Krankheit, die den zahlreichen Freunden, welche den lieben Bruder Nicolayson kannten und liebten, sehr interessant sein dürften. Nachdem Herr Crawford diesen Brief geschrieben hatte, erhielt er von dem deutschen Pastor Herrn Valentiner ein Schreiben, das er ins Englische übersetzte und mit seiner Erlaubniß der Comite übersandte zu deren beliebigen Gebrauch. Es ist ein höchst interessantes Zeugniß, und wir theilen es daher vollständig mit: Ich entspreche dem Wunsche Bruder CrawfordS, einige Einzelheiten über die letzten Tage unsers theuren verstorbenen Bruders, des Predigers Nicolayson, mitzutheilen, um so lieber, weil ich seit meiner Ankunft hier stets seine Liebe in hohem Grade erfahren habe. Es hat dem Herrn gefallen, seinen Knecht aus vielen schwierigen und versuchlichen Umständen in seine ewige Ruhe zu versetzen, und zwar durch eine kurze Krankheit ohne Schmerzen, Klage ober Kampf. Was den Heimgegangenen betrifft, so kann ich seinen Freunden weit und breit die vollste Verstcherung geben, daß ihm das Loos aufs Liebliche gefallen und ihm ein schönes Erbtheil geworden ist. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet für und für. Am 1Ö. -Sonntage nach Trinitatis, als er aus der Sakristei, wo er während des Gottesdienstes gesessen hatte, nach Hause kam, nahm seine Krankheit einen ernstlicheren Charakter an; Freitag darauf schien indeß eine günstige Wendung einzutreten. An diesem Tage konnte er auf seine gewöhnliche Weise stch mit mir unterhalten und seine tiefen und reichen Gedanken über das Reich