Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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60 kälter und kälter geworden, und jetzt fühle ich mich buchstäblich am Gefrierpunkte zu sein. Sein jüngerer und weniger geprüfter Mitarbeiter, bei dem die Missionsgefühle noch frisch waren, sprach freudig von lebendiger, christlicher Erfahrung. Herr Ricolayson antwortete: ■ Ach, es freut mich, Sie so sprechen zu hören, denn ich glaubte, daß der tödtende Einfluß, der in Jerusalem zu herrschen scheint und der viel schlimmer ist, als der entkräftende Sirocco, alle ergriff, die hieherkommen. Es ist mir sehr lieb, daß er Sie bisher nicht sonderlich berührt hat. Der Feind scheint einen großen Grimm gegen Jerusalem zu haben, gegen das Werk und Alle, die an demselben arbeiten. Auf die Versicherung, daß viele Freunde für ihn beteten, sagte er: Ich danke, danke Ihnen, das war sehr freundlich von Ihnen. Ich danke für jedes Gebet, das für mich emporsteigt und erfahre stets den Segen davon. Meine theure Frau ist mir in dieser Hinsicht ein großer Segen gewesen, sie hat immer meine Hände gestärkt, wenn sie sinken wollten und der Feind die Oberhand zu erlangen schien. Wir geben ferner einen Auszug aus Hrn. Pred. Crawfords Briefe, den er den Tag nach Herrn Ricolaysons Tode schrieb. Es muß bemerkt werden, daß der Bischof zu der Zeit nicht in Jerusalem war. Mit tiefem Schmerz theile ich der Comite den Tod des lieben Bruders Ricolayson mit, der gestern Morgen um 4 Uhr erfolgte. Am Abend desselben Tages hatte ich die traurige Pflicht zu erfüllen, seinen Leib dem Grabe anzuvertrauen, und seine sterblichen Ueberreste ruhen jetzt an der Seite des verstorbenen Bischof Alerander und erwarten den Morgen der Auferstehung. Vor einer Woche ging ich nach Hebron zu Br. Hefter; ich sähe wohl, daß Herr Ricolayson sehr unwohl war, aber er nahm Medizin und die Symptome schienen'günstig zu sein. Ich fragte ihn, ob ich nach Hebron gehen sollte oder nicht; aber er wünschte jedenfalls, daß ich gehen möchte; vielleicht würde auch er nach meiner Rückkehr hingehen , um eine kleine Veränderung der Luft zu genießen. .Sonntag, den 28. September, zwei Tage vor meiner