Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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59 gelassen, aber er war sehr schwach, und am Donnerstage war er noch schwächer. An diesem Nachmittage war ich nur kurze Zeit bei ihm, blieb dann aber die ganze Nacht an seinem Bette. In der ersten Hälfte der Nacht wünschte er ungestört zu sein, als er aber etwa um halb Ein Uhr seine Medizin genommen hatte, sagte er: Nun bringen Sie Ihren Stuhl zu meinem Bette, geben Sie mir Ihre Hand und sprechen Sie zu mir als ein lieber, christlicher Bruder. Ich selbst kann nicht viel sprechen, denn meine Zunge und mein Hals sind sehr trocken. Dann führte er Mal. 3,16. an: Aber die Gottesfürchtigen trösten fich unter einander also u. s. w., sagte einige Worte über das Vergnügen, das Kinder Gottes empfinden, wenn fie fich lieblich unterhalten; ich konnte aber nicht jedes Wort deutlich verstehen. Ich führte dann V. 17 an: Sie sollen, spricht der Herr Zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigenthum sein u. s. w. Das schien seine Seele zu erquicken und sein ganzes Angesicht strahlte vor Freude. Die Worte: Sie sollen mein Eigenthum sein, wiederholte er und setzte hinzu: Welche unbegrenzte Liebe gegen solche unwürdige Creaturen, wie wir sind! daß der Herr uns würdigt, uns zum Gegenstände seiner Sorge, zu seinen Juwelen und seinem Schatz zu machen, welche Herablassung! Als ihm Herr Bailey einige Umstände von dem seligen Ende einer Verwandten erzählte, antwortete der Kranke sogleich: O, gerade so starb meine selige Mutter. Einige Freunde sammelten sich um ihr Bett und sie bat dieselben, ein Lied zu singen, und als dies zu Ende war, ein zweites und dann ein drittes, und während dies gesungen wurde, nahm sie der Herr ohne allen Kampf zu sich. Wir haben diesen Auszug um so lieber gegeben, da die Leser gern auch das letzte Ende dieser frommen Mutter hören werden, deren frühen Sorgfalt unser verstorbener Freund so Vieles verdankte. Als sie noch mit einander von der Seligkeit des Gebets und der Gemeinschaft mit Gott und unter einander geredet hatten, sagte Herr Nicolayson: Ach, hier fühle ich, daß ich besonders in der letzten Zeit zurückgegangen bin, ich bin ganz heruntergekommen und immer