Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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58 Lebenslauf des Missionars und Predigers I. Nicolayson. (Schluß.) Wir unterhielten uns über verschiedene Gegenstände, und er freute sich zu hören, daß uns eine Thür in Hebron aufgethan sei. Ich war dann täglich bei ihm, blieb auch gewöhnlich ziemlich lange; Montags bot ich ihm an, bei ihm zu sitzen, so oft er es wünsche, und ihm etwas vorzulesen, wenn er es vertrüge. Er dankte mir freundlich und sagte, er wolle lieber seine Gedanken im Zaume halten, da an diesem und dem vorhergehenden Tage, wenn er ein wenig schlummerte, sein Gemüth mit Dampfeseile dahinlief und zahllose Bücher in schneller Aufeinanderfolge vor seinem Geist vorüberzugehen schienen, und es schien ihm so leicht zu sein, den Inhalt eines jeden Buches sich anzueignen, daß sein Gemüth ganz voll davon sei; aber fügte er hinzu, was diese Bücher und alle meine Gedanken betrifft, so habe ich Ursache sehr dankbar zu sein, denn sie sind alle von einer heiligen, tröstlichen und erquickenden Beschaffenheit, so daß meine Seele daran hinreichende Nahrung hat. Dienstags schien das Fieber den höchsten Grad erreicht zu haben. Indem er meine Hand eine Zeitlang festhielt, sagte er: Ich hoffe, Sie fürchten sich vor meinem Fieber nicht, es ist keine Ansteckung zu befürchten. Sie glauben nicht, wie angenehm es mir ist, denn Sie sind wie ein guter Blitzableiter, der so viel Hitze wegnimmt, daß ich eine Zeitlang ein höchst angenehmes Gefühl empfinde. Er fügte hinzu: O wie viel Ursache habe ich dem Herrn jetzt zu danken für seine Freundlichkeit gegen mich! Denn obgleich ich nie ein so heftiges Fieber hatte, ist es doch so verschieden von jedem andern Anfall; oft war es sehr stark in meinem Kopf, dann litt ich sehr an Schmerzen und Verwirrung; oft war es in meinem Magen, dann hatte ich auch viel zu leiden; jetzt aber ist eS in dem besten Theil, wo eS nur sein könnte, nämlich in meinen Händen, und obgleich ich viel Hitze fühle, habe ich doch, dem Herrn sei Dank, keinen Schmerz, und mein Gemüth ist ganz frei und Alles ist vollkommener Friede. Mittwochs hatte das Fieber etwas nach-