Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Abraham, so hieß der treue Jünger des Messias, antwortete: ja wohl bin ich getauft, glaube von Herzen an Jesum; allein weder im Alten noch im Neuen Testamente habe ich gelesen, daß ein wahrer Israelit, wie ich Einer bin, die Kleider wechseln und den Bart abnehmen muß, wenn er den Messias gefunden hat. Die Polizei entließ den würdigen Mann in Frieden, und viele Jahre noch ging er also einher und bezeugte in Warschau bis zu seinem seligen Ende: ich habe den gefunden, von dem Moses im Gesetz und die Propheten geweissagt haben, Jesum den Messias! Was nun die letzte Lebenszeit, den Tod des Herrn Baquol und die Taufe seiner Kinder belangt, so kann ich darüber nicht alS Augenzeuge berichten; allein einige meiner Freunde, zuverlässige Männer, bezeugen Folgendes darüber: Herr Baquol hatte in den letzten Wochen seines Lebens ganz besonders vertrauten Umgang mit etlichen bekehrten Israeliten. Etliche Tage vor seinem so schnellen Ende hatte er sich mit einer frommen evangelischen Wittwe verlobt und den Entschluß gefaßt, dieselbe bald zu ehelichen. Noch vor der Trauung aber sollten seine fünf Kinder getauft werden; seine künftige Lebensgefährtin sollte Pathin derselben sein und so durch ein geistliches Band mit den Kindern verbunden werden. Plötzlich aber kam ein tödtlicher Schlaganfall dazwischen und zernichtete alle die schönen Pläne des Seligen. Der schnell herbeigeholte Arzt erklärte: der Kranke bedürfe vieler Pflege, man möchte deshalb denselben in das evangelische Diakonissenhaus bringen. Schriftlich wiederholte der Arzt seinen Befehl und so geschah es, daß der plötzlich gefährlich Erkrankte, der zu Hause gar keine Pflege hatte, den sorgsamen Händen evangelischer Krankenpflegerinnen übergeben wurde. Im Gefühle seines nahen Todes drückte Herr Baquol den Wunsch aus, feine um sein Krankenlager versammelten Kinder getauft zu sehen. Er verlangte Schreibmaterialien, um dies niederzuschreiben; allein seine große Schwäche erlaubte es ihm nicht. Ein in Straßburg allgemein anerkannt würdiger Geistliche hatte mit dem armen Kranken gesprochen, auch mit der Schwägerin desselben, die sich am Krankenbette befand,