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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 4-5 (1857) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
4-5 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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53 Wie lange giebts denn schon französische, elsässische und straßburgische Juden? Sind es nicht größtentheils Eingewanderte aus Deutschland und anderen Gegenden? Woher sind die Männer Munk, Albert Cohen, Frank und so viele andere ausgezeichnete Männer? Sind es nicht Deutsche? Also aus dem Lande, auf das so mancher oberflächlich gebildete oder selbst unwissende elsässische Jude mit Verachtung hinblickt. Doch wir lassen dies und wollen einfach erzählen. Herr Baquol war seit etwa 20 Jahren in freundschaftlicher Verbindung mit etlichen evangelischen Geistlichen und Professoren und auch mit bekehrten Israeliten, und war seit Jahren davon überzeugt, daß JesuS der Messias ist, schrieb darüber manches Schöne nieder und sprach sich unverholen vor Andern darüber aus; allein aus Rücksicht gegen seine alte Mutter ließ er sich nicht schon früher taufen. Sein Beruf führte ihn nach Paris, wo er etliche Jahre blieb. Nach Straßburg zurückgekehrt und in den Ehestand getreten, pflegte er des Umgangs mit seinen frühern Freunden nicht blos, sondern besuchte auch häufig den evangelischen Gottesdienst. Auf allen seinen Berufsreisen hatte er das Neue Testament bei sich. Seine Gattin sagte schon vor Jahren zu dem Schreiber dieses: Mein Mann gehört schon längst nicht mehr der Synagoge an, sein steter Begleiter auf allen seinen Reisen ist das Neue Testament. Herr Baquol fing nun mit seiner Frau an, regelmäßig im Worte Gottes, sonderlich im Neuen Testamente zu lesen und bat einen Geistlichen, ihm regelmäßigen Religions-Unterricht zu ertheilen und ihn zur heiligen Taufe vorzubereiten. Nachdem ihm solcher zu Theil geworden war und er schriftlich sowohl als mündlich seinen Glauben an den Messias bezeugt hatte, hatte er am 1. Januar 1853 mit etlichen Freunden eine brüderliche Zusammenkunft, erklärte seinen Wunsch, getauft zu werden, und nach Psalm 95, 6. kniete er mit denselben nieder, um zu seinem Vorhaben Gottes Segen zu erflehen. Aber stehe, der edle, tiefsinnige Mann, der wie ein Rieft aussah, war von sehr weicher Gemüthsart. Als seine Gattin erklärte: „wenn er noch mit der Taufe warte, so wolle sie mit ihm sich taufen

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