Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 4-5 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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51 in der unsrigen seine Geltung. Wir leben in einer Zeit, wo seider die Religion aus vielen Häusern vertrieben worden ist, wo das Privatleben ihrem heilsamen Einfluß stch entzogen hat, wo ein Jeder, der ste nicht völlig verstößt, sich doch berechtigt glaubt, sie seinen Interessen oder Launen anzupassen, wo bei Vielen nichts mehr vorhanden ist, als eine schwache und schwankende Erinnerung der Jugendeindrücke und dessen, was einst im väterlichen Hause stattgefunden hat. Sollte es da nicht nöthig sein, daß die Religion wenigstens im Heiligthume noch eine Znfluchtstätte fände, in welchem ste stch frei entfalten könne in ihrer strengen Einfachheit, in ihren alten verehrten Formen und in ihren überlieferten Ceremonien?" Er sagt ferner: „Anstatt daß die Piutim und ihr Hersagen zu tadeln und aufzugeben sei, so sei das Gegentheil wahr, das Sprechen derselben sei verdienstlich (meritoire)." Ebenso offen spricht stch Herr Klein gegen die Einführung der Orgel aus; er sagt unter Anderem: „Die Instrumentalmusik während des Gebets verursacht nur Zerstreuung." Sodann: „Die Einführung der Orgel gehört in die Elaste der Neuerungen, auf welche das Verbot anwendbar ist: „und sollt nach ihren Satzungen nicht wandeln." (3.B. Mos. 18,3.) Herr Oberrabbine Kl ein bleibt stch in seinem ganzen Benehmen konsequent als ein entschiedener Anhänger deS rabbinisch-talmudischen Judenthums; hingegen sein Untergebener, Herr Rabbine Dr^yfuß in Mühlhausen, widerspricht sich stets; denn bald tritt er als ein Gegner, bald als ein Vertheidiger der vorgeschlagenen Neuerungen auf, wie dies im Univers Jsraelite, S. 125, ihm schlagend nachgewiesen wird. Wir würden diese ganze Sache mit Stillschweigen übergangen haben; denn an und für stch ist die Einführung der Orgel in die Synagoge von keinem erheblichen Werth. In Paris ist eine Orgel, und der Gottesdienst ist dadurch doch nicht zu einer Anbetung im Geiste und in der Wahrheit geworden. Aber diese Synode, die im Frühjahre in Paris stattgefunden, zeigt, auf welcher Stufe das Judenthum in Frankreich steht, und wie es weit zurück ist von dem in Deutschland, wo man längst über 4*