Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554677-2554680--02641-2558517- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
46 der Verschlimmerung seiner Krankheit fragte ich ihn, ob er Frieden in seinem Gemüthe habe, und fügte hinzu, daß es jetzt sehr nöthig wäre, von allen zeitlichen Sorgen befreit zu sein. Er sagte, daß alle seine zeitlichen Angelegenheiten in Ordnung wären, so weit sie seine Famjlie beträfen, und seine einzige Sorge sei nur die, um die Mission. „Der Gedanke, fügte er hinzu, schmerzt mich, meine Frau als eine Wittwe zu hinterlassen, und daß sie kommen sollte und mich"... hier brach er ab. Diese Aeußerungen zeigten mir hinlänglich, daß er das Bedenkliche seines Zustandes kenne, wenn auch andere Aeußerungen zu andern Freunden dies nicht anzudeuten schienen. Eö ist mir ein süßer Trost, die Worte in mein Gemüth zurückzurufen, die ich an seinem Krankenbette von ihm hörte. — Als ich am Morgen des 4. Oktobers ihn fragte, wie er die Nacht zugebracht habe, rief er mit großer Lebendigkeit aus, daß ihm so deutlich, wie in einer wirklichen Erscheinung, mehrere wichtige Schriftstellen über die wichtigsten Lehren vorgehalten worden wären, und zwar mit einer überwältigenden Kraft der Ueberzeugung von ihrer Wahrheit; diese Stellen wären in verschiedenen Sprachen gewesen, aber hätten ganz dasselbe besagt. Er schien sich sehr zu freuen, daß seine Ueberzeugung von der Wahrheit des Evangeliums ihm so über allen Schatten von Zweifel bestätiget wurde. Am folgenden Morgen sagte ich vor dem Gottesdienste zu ihm: wir werden heute zum Tische des Herrn gehen. Er antwortete: ich weiß es und werde im Geiste bei euch sein; lasset uns alle in der Liebe gehen, in Christi Liebe; Alles in Liebe, in Liebe! O wie selig wird es sein, sich mit. der Schaar der Erlösten zu vereinigen und das Lied Moses und des Lammes zu singen! Zu einer andern Zeit äußerte er, wie bald die gegenwärtige Haushaltung Gottes zu Ende gehen werde, und wie schnell die Ereignisse auf einander folgen. Was aber seine Bemerkungen so ergreifend machte, war der Ausdruck seines Angesichts, das von Freude und Liebe strahlte, ganz verschieden von seinem gewöhnlichen kalten und zurückhaltenden Charakter. Ein schneller Tod hat immer etwas Entsetzliches, besonders wenn er einen Mann in der vollen Kraft seines Alters und in der Reife seines Geistes niederstreckt. Der Name Nicolayson war