Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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SS heran, bis ihr unter den Flügeln seiner Gnade geborgen seid? Lasset ihr euch von dem Feuer seiner Liebe erwärmen, heiligen, läutern? Und bleibt ihr auch in dieser Liebe und in jener Obhut, auf daß ihr täglich erstarket und in sein Bild erneuert werdet? Oder heißt es auch von euch: sie haben nicht gewollt?! Wehe, wenn es also hieße! Denn dann würden die Gerichte Gottes, welche schon oft hereinzubrechen gedroht haben, so wenig ausbleiben, wie über Jerusalem. H. Betrachtet Jerusalem unter den Gerichten Gottes! Der Herr enthüllt uns dieselben in dem drohenden Wort: siehe euer Haus soll auch wüste gelassen werden, denn ich sage euch: ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen! Einem doppelten Gericht war Jerusalem verfallen, dem Greuel der Verwüstung und der Entziehung der Gnadengegenwart des Herrn. Der Greuel der Verwüstung war bereits vorbereitet, als der Herr noch unter ihnen wandelte; darum ruft er kurz vor unserem Tertwort ein Wehe über das andere aus. „Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr des Himmelreichs Schlüssel habt; ihr selbst kommt nicht hinein und die hinein wollen, lasset ihr nicht! Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Wittwen Häuser fresset und wendet lange Gebete vor; darum werdet ihr desto mehr Verdammniß empfangen! Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, um einen Judengenossen zu machen, und wenn er es worden ist, machet ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr, denn ihr seid! Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, den Till und Kümmel, aber das Schwerste im Gesetz, das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben dahinten lasset-, die ihr Mücken seiget und Kameele verschlucket, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig rein haltet, aber inwendig stnd sie voll Raubes und Fraßes!" Wo es aber also zugehet, wie diese Worte des Herrn auSsagen, wo man falsche Lehre duldet, wo man den Glauben verleugnet, das Recht beuget, der Gleißnerei und Heuchelei dient, da ist der Greuel der Verwüstung be-