Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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25 ger Kinder legte, um sie zu segnen, oder Elenden und Kranken entgegenstreckte, um sie zu heilen. Ja es ist wahr, es ist wahrhaftig wahr, was der Herr in dem Klageruf ausspricht: Jerusalem, Jerusalem, wie oft habe ich deine Kindlein versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel und ihr — habt nicht gewollt. O schauet die sündliche Verkehrtheit Jerusalems in dem einen Worte: ihr habt nicht gewollt! Der Herr wollte Jerusalem und seine Kinder, das Volk Israel, frei machen von dem trügerischen Wahn einer falschen Lehre und sie erleuchten mit seinem Evangelium» frei machen von den todten Werken eines äußerlich gesetzlichen Wesens zur Anbetung GotteS im Geiste und in der Wahrheit, frei machen von der Knechtschaft der Sünde zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, aber — sie haben nicht gewollt! Er wollte sie sammeln aus aller Zerstreuung und Verwirrung der Welt, sammeln aus allem unseligen Partheiwesen zu einer Heerde und um seinen Hirtenstab, in eine heilige und selige Reichsgemeinschaft, der sie keine Macht entreißen sollte, aber—sie haben nicht gewollt. Er wollte sie schützen vor dem Verderben, welches der unausbleibliche Fluch der Sünde ist, schirmen vor den Gerichten, welche wie schwere Gewitterwolken hereinzubrechen drohten, bewahren vor der ewigen Verdammniß, welcher alle Unbußfertigen entgegen eilen, aber — sie haben nicht gewollt! Er wollte ihnen aufthun den Reichthum und die Fülle seiner Gnade, sie zieren und schmücken mit den Gaben seines Geistes, sie erfreuen mit Friede und Freude im Glauben und theilhaftig machen des ewigen Lebens, aber — sie haben nicht gewollt! O schauet das Bild sündlicher Verkehrtheit, das uns von Jerusalem entworfen wird und prüfet dabei das eigene Herz! Sehet, der Herr sendet auch zu euch seine Diener, um seine Reichspredigt an euch auszurichten, er ist auch heut in Wort und Sakrament seiner Kirche noch gegenwärtig und will ihre Genossen, ihre Kinder auch heut noch sammeln, wie eine Henne sammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel. Wie verhaltet ihr euch gegen ihn? Findet seine lockende Stimme ein offenes Ohr, ein empfängliches Herz? Dränget ihr euch aus seinen Ruf immer näher an ihn x