Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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27 reits vorhanden, da sind die Grundfesten aller Wohlfahrt durchfreffen, da darf der Herr nur seine Hand zurück- und seine Gnadengegenwart entziehen, um ihn auch in seiner äußern Erscheinung hervortreten zu lassen. So war es auch bei Jerusalem; denn als es nicht nur in der Sünde und dem unbußfertigen Wesen verharrte, sondern auch Christum als Heiland verwarf und den Fluch übersich herab beschwor: sein Blut komme über uns und unsre Kinder! — als man selbst die Zeugen des Todes und der Auferstehung Jesu Christi, wie der Herr vorausgesagt hatte, verfolgte, steinigte und tödtete, da war das Maaß ihrer Sünden voll geworden, da zog der Herr seine Hand ganz von? Jerusalem ab, da erfüllte sich das Wort: siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden; denn ich sage euch: ihr werdet mich fortan nicht sehen! Nun brachen die Römer als Vollstrecker der göttlichen Gerichte über das abtrünnige Jerusalem herein, nun belagerten sie es und ängsteten es an allen Orten, nun zertraten sie des Tempels herrlichen Bau und machten aus der Stadt einen wüsten Schutthaufen, nun verjagten oder tödteten sie' das halsstarrige Volk. Von der Zeit an ist Israel ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Priester und ohne Heiligthum geblieben. Jetzt wurde das Reich Gottes ganz von ihnen genommen und zu den Heiden getragen, die seine Früchte brachten. Jetzt mußten sie, unter alle Reiche der Erde zerstreuet, sich sichten lassen, wie man mit einem Siebe sichtet; ja sie sind ein Sprüchwort und ein Spott geworden unter allen Völkern. Der Herr hat ihnen ein bebendes Herz, verschmachtete Augen und eine verdorrete Seele gegeben, daß sie unter den Völkern der Erde kein bleibendes Wesen haben und ihre Fußsohlen keine Ruhe finden. Und bei dem Allen fehlte ihnen der rechte Trost, weil sie Jesum verworfen hatten, in dem allein alle Fülle des wahren Trostes zu suchen und zu finden ist. O schauet und sehet Jerusalem unter den Gerichten Gottes und lasset euch warnen vor unbußfertigem und ungläubigem Wesen! Beherziget es, daß die Gerichte Gottes gerecht sind und nicht verziehen, daß sich Niemand ungestraft an Christo versündigt, den Gott als König eingesetzt hat auf seinem heiligen Berge! Wo Christus unter einem Volke verspottet, sein Wort verachtet, sein Heil verworfen und sein