Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Völker; der Berg Zion ist wie ein schön Zweiglein, deß sich das ganze Land getröstet; wünscht Jerusalem Glück, es müsse wohlgehen denen, die dich lieben; vergesse ich dein Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen. Aber was ist Jerusalem heut? Ein Ruin vergangener Herrlichkeit, eine wüste und fast verödete Stadt, darin ein verachtet und arm Volk wohnt; sie, die eine Fürstin unter den Heiden und eine Königin in den Ländern war, ist ihres Schmuckes, ihres Heiligthums beraubt und muß in schmachvoller Knechtschaft ihren Feinden dienen. Ist denn das Jerusalem noch einer Beachtung, ist es unserer Beachtung werth? Kaum sollte man es meinen und doch, doch ist'S und bleibt'S eine beachtenöwerthe Stadt, nicht nur durch ihre einstmalige Herrlichkeit, sondern auch durch ihren tiefen Fall; nicht nur durch die Drohungen, die sich an ihr erfüllt haben, sondern auch durch die Verheißungen, die sich noch an ihr erfüllen werden. Darum haben auch in der Zeit des wieder erwachten Glaubenslebens die Blicke der Christen nach ihr sich gewandt; darum hat unser fromme König, den Gott segnen wolle, dieser Stadt sein Herz zugewandt und vor bereits 15 Jahren die Gründung eines evangelischen Biöthums daselbst veranlaßt; darum haben sich Vereine gebildet, diese evangelische Stiftungen auf dem Herzen zu tragen und ihr Gedeihen zu fördern. Auch wir wollen es thun in der Feier dieser Abendstunde. Möge der Herr sich in Gnaden dazu bekennen, wenn wir jetzt zum Gegenstände unserer Betrachtung machen: Das wsrt des *bexvn über Jerusalem. Der Herr entwirft uns in diesem Wort ein dreifaches aber sehr verschiedenes Bild von dieser Stadt; er zeigt uns nämlich: 1) Jerusalem in seiner sündlichen Verkehrtheit; 2) Jerusalem unter den Gerichten Gottes; 3) Jerusalem in seiner endlichen Wiederaufrichtung. I. Jerusalem, Jerusalem, die-du tödtest deine Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine