Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 2-3 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Predigt bei der Stiftungsfeier des evangelischen Bisthums in Jerusalem. Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt! Gelobt sei Er, der da mächtig und deß Name heilig ist! Halleluja! Amen! Tert: Matth. 23, 37-39. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest deine Propheten, und steinigst, die zu dir gesandt sind! wie. oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euerHaus soll euch wüste gelassen werden; denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Im Herrn geliebte Gemeinde! Bon Jerusalem handelt das so eben vorgelesene Tertwort; Jerusalem gilt die gegenwärtige Feier; auf Jerusalem soll unsere Andacht in dieser Stunde gerichtet sein. Welche Bewandtniß hat es damit? Jerusalem war einst eine Stadt, über alle Städte des Alterthums hocherhaben und der Beachtung aller Völker Werth. Sie war eö nicht durch ihre Größe und durch ihren Umfang; nicht dadurch, daß sie die Hauptstadt Palästinas und der Hauptort der Zusammenkünfte für das alttestamentliche Bundeövolk war, sondern dadurch, daß Jehovah, der lebendige Gott, der Herr Zebaoth, dieselbe zu seiner Wohnung erwählt, zu Zion ein Feuer und zu Jerusalem einen Heerd hatte, woselbst die Elenden des Volks eine Zuflucht finden, von wo der schöne Glanz Gottes anbrechen und das Gesetz deS Herrn ausgehen sollte. Zu jener Zeit war Jerusalem einebeachtenswertheStadt, es war die Stadt Gottes, die heilige Stadt, die Stadt auf dem Berge, die nicht verborgen bleiben, sondern ihr Licht weit hin und nach allen Seiten ausstrahlen sollte, so daß auch die Heiden in ihrem Lichte und die Könige in ihrem Glanze wandeln sollten. Zu jener Zeit konnte man sagen: der Herr ist groß zu Zion und hoch über alle