Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 1 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Können wir nun aber unter dem Könige David nur den Messias verstehen, so ergiebt sich hieraus die Wahrheit, daß er bei seiner Erscheinung von den Kindern Israels nicht erkannt und angenommen, sondern im Gegentheil verkannt und verworfen worden ist. Die Folge dieser schrecklichen That aber ist der traurige Zustand, in welchem sie so lange (viele Tage) sein werden. Denn sollen sie ihn suchen, so muß er-da sein , indem man ja nicht suchen kann, was nicht da ist; und sollen sie ihn suchen, wie den Herrn, ihren Gott, so werden wir mit Recht daraus schließen können, daß sie ihn ebenso, wie den Herrn ihren Gott, verloren, das ist, verworfen haben. Die Folge dieser Frevelthat aber ist keine andere, als die Vertreibung aus ihrem Lande, die Zerstreuung unter die Völker der Erde, die Beraubung ihrer Freiheit, ihres Vaterlandes, ihres Heiligthums. Denn da sie ihn, ihren König, verworfen haben, so ist nichts natürlicher, als daß er sie nun wieder verwirft, sie dafür züchtigt, in einen Zustand der Knechtschaft dahingiebt und so lange darin bleiben läßt, bis sie ihn suchen, ihr Unrecht, ihre Frevelthat erkennen, oder bis sie sich bekehren, ihn annehmen und ihm dienen werden. Es liegt aber auch noch eine andere große Wahrheit in der Weissagung des Propheten Hoseas. Es heißt darin: „und sie werden den Herrn und seine Gnade oder Güte (an:) ehren oder fürchten." Es fragt sich, was wir hier unter Gnade oder Güte zu verstehen haben? Wir müssen hierauf antworten: ohne Zweifel, nichts Anderes, als den König David, das ist den Messias. Der Vers enthält zwei parallele Glieder, das erste; den Herrn, ihren Gott, und ihren König David, und das zweite: den Herrn und seine Gnade. Wenn nun im ersten Glieds Herr und König David oder Messias neben einander stehen, so werden wir annehmen müssen, daß das auch im zweiten Gliede der Fall ist, nur wird im zweiten Gliede nicht „König David" wiederholt, sondern dafür „seine Güte" gesetzt. Hieraus, wie überhaupt aus der ganzen Weissagung geht nun aber hervor, daß der Messias kein bloßer Mensch sein kann, sondern ein höheres, Gott gleiches Wesen sein muß. Die Kinder Israels sollen ihn ja suchen und ehren oder fürchten, gerade so wie sie den Herrn, den Jehovah suchen und ehren. Er wird also dem