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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 1 (1857) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
1 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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8 Sinne des Worts schuldig gemacht zu haben, gleich ihren Vätern. Ihnen gilt aber auch das Wort des Apostels: „Da ste sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden." Und wiederum: „Wo sind die Klugen? Wo sind die Schristgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht?" Ja gewiß; denn mit seiner Weisheit kann der Mensch Gott nimmer erkennen. In der Weissagung des Propheten Hoseas liegt aber noch eine große Wahrheit, die wir nicht unberücksichtigt lassen dürfen. Nach derselben sollen die Kinder Israels, wenn sie sich bekehren werden, den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen, und werden dann den Herrn und seine Gnade oder Güte (1:12) fürchten. Hier fragt es sich nun zuerst, wen wir unter dem Könige David zu verstehen haben. An David, den Sohn Jsais, welcher nach Saul den Thron Israels bestieg, werden wir nicht denken können, denn er ist gestorben und begraben und wie alle andern Menschen der Verwesung verfallen. Oder sollen wir etwa mit einigen jüdischen Auslegern annehmen, daß ihn Gott, der Herr, zur Zeit der Auferstehung der Todten auferwecken werde? Das wird freilich geschehen, aber nach der allgemeinen Auferstehung der Todten hört dieser Zeit Lauf auf; es wird dann keine Reiche der Welt mehr geben, und folglich auch keine Könige mehr auf Erden. Dann giebt es nur ein Reich Gottes, in welchem der Herr allein König ist über Alle, welche demselben angehören. Wir werden also an eine andere Person denken müssen, an einen Nachkommen Davids, der aber geradezu David, statt Sohn Davids, genannt wird.' Diese Ausdrucksweise findet stch auch noch in ein Paar andern Stellen der heiligen Schrift, nämlich Jeremias 30, 9 und Hesekiel 34, 23. 24. In der ersten Stelle heißt es, daß Jakob nicht mehr den Fremden dienen soll, „sondern dem Herrn, ihrem Gott, und ihrem Könige David." Die zweite Stelle aber heißt wörtlich: „Ich will ihnen einen einigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein. Und ich, der Herr, will ihr Gott sein, aber mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen fein; das sage ich, der Herr."

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