Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 1 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554677-2554679--02597-2558472- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3 ihre Väter so oft gethan haben, Gott, ihrem Herrn, dienen fie doch nicht; und wenn sie auch meinen Gott zu dienen und es fest glauben, so sind sie doch ebenso gewiß im Jrrthume, wie derjenige, der einen falschen Weg betreten hat, wie steif und fest er auch glauben mag, daß er auf dem rechten Wege wandle. Welches ist denn nun aber der Irrweg, den die Kinder Israels betreten haben? und was ist es, das sie statt ihres Gottes verehren, ohne sich des Götzendienstes im eigentlichen Sinne des Worts schuldig zu machen? Die vorliegende Weissagung giebt uns keine ganz bestimmte Antwort auf diese Fragen. Allein dessenungeachtet dürfen wir doch nicht in Ungewißheit darüber bleiben; denn es fehlt keinesweges an Stellen in der heiligen Schrift, welche uns Aufschluß darüber geben. Hier nur einige. Im Jesaias, Cap. 29, 13. 14 spricht der Herr: „Darum, daß dies Volk zu mir nahet mit seinem Munde, und mit seinen Lippen mich ehret, aber ihr Herz ferne von mir ist, und mich fürchten nach dem Gebote der Menschen, das gelehrt wird; deshalb, siehe, will ich auch mit diesem Volke wunderlich umgehen, auf's wunderlichste und seltsamste, daß die Weisheit seiner Weisen untergehe, und der Verstand seiner Verständigen sich verberge." Und im Jeremias, Cap. 8, 8. 9 lesen wir: „Wie sprechet ihr: wir sind die Weisen, und das Gesetz Gottes ist bei uns? Wahrlich! siehe, zur Lüge hat er gemacht den Griffel der Lügenschreiber. Darum werden die Weisen zu Schanden, erschreckt und gefangen werden, siehe, sie haben das Wort des Herrn verworfen, und was wird ihnen ihre Weisheit nützen?" Nun, hier wird uns der Irrweg klar vor Augen gelegt, den Israel betreten hat. Es ist zuerst die verkehrte Meinung, daß eS schon genug sei, wenn man nur mit dem Munde und mit den Lippen Gott ehre, die Gebete hersage und überhaupt den Gottesdienst äußerlich vollziehe, da doch Gott mit solchem äußeren Werke nicht zufrieden sein kann, sondern den ganzen Menschen, das ganze Herz fordert, und im Geist und in der Wahrheit angebetel sein will. DaS Zweite und noch weit Schlimmere ist das, daß sie Gott fürchten und ihm dienen nach Menschengeboten, das Wort des Herrn aber verwerfen. Das wird klar in den angeführten Stellen auö- 1*