Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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189 niah bestimmt worden war. Früher war er Gouverneur inRavanduz gewesen; er ist derselbe, der mich so gastfreundlich aufnahm, als ich im vergangenen Frühjahre diese Stadt besuchte. Er empfing mich mit großer Freundlichkeit, ja sogar mit Herzlichkeit und erklärte mir seine Bereitwilligkeit, mich mit seiner ganzen Macht zu unterstützen. Da er gerade im Rache saß, und ich die Personen, die gegenwärtig waren, nicht kannte, so konnte ich das Versprechen, das ich meinen jüdischen Freunden gegeben hatte, jetzt nicht erfüllen; ich bat ihn jedoch, mir an einem andern Tage eine Privataudienz zu geben, was er mir denn auch bereitwillig versprach. Ich will hier sogleich hinzufügen, daß ich einige Tage später Audienz bei ihm hatte, wo ich denn auch, so viel ich konnte, für die armen unterdrückten Juden in Kara-Dagh sprach. Er gab zu, daß ste sich mit Recht beklagten, und fügte hinzu, daß es vorzüglich die Schuld seines Vorgängers sei, der ein unvernünftiger, heftiger Mann sei, und versprach mir, daß er das Beste für sie zu thun versuchen werde. Seitdem hat er ihnen einen Firman gegeben, aber ich zweifle, daß er ihnen überhaupt etwas nützen wird. ES ist nicht sowohl der Fehler einzelner Personen, es ist vielmehr der Fehler des ganzen Systems der Regierung, welches verderbt und schädlich ist, und es wird wohl kaum ein anderes Heilmittel gefunden werden, außer dem erneuernden Einflüsse des wahren und reinen Evangeliums. Das Hohelied Salomos. Den 28. — Diesen Morgen besuchten mich verschiedene türkische Beamte nach einander; so war bereits der Mittag vergangen, ehe ich Zeit finden konnte, in das Judenviertel zu gehen. D— war so gütig, mich zu begleiten und bei mehreren angesehenen Juden einzuführen. Khawadje Jakub, der reichste von ihnen und Banquier des Gouverneurs, lud uns in seine Laubhütte ein, und es dauerte nicht lange, so war sic ganz mit Juden angefüllt. Nach den ersten einleitenden Complimenten begann unser Wirth im Türkischen von den Neuigkeiten des Tages und politischen Angelegenheiten zu sprechen; aber D— sagte ihm, daß ich mit ihnen über etwas viel Wichtigeres zu sprechen hätte, und daß es besser