Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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187 her eine Bibel gekauft hatte, welcher den Abschnitt der Bibel, als Haphtarah für den Tag bestimmt, nicht finden konnte. Ich winkte ihm und zeigte ihm die Stelle (Sach. 14.) Er ging zurück und las mit der Versammlung in einer lauten gellenden Stimme. Nach dem Gottesdienste ging ich zum Khakham, um mich mit ihm zu unterhalten, aber ich war sehr erstaunt, ihn in großer Wuth zu sehen, und zu hören, wie er den Leuten Vorwürfe machte, mich eingelassen zu haben, und nannte mich n'vv und n'iv (Namen, welche denen gegeben werden, die die Leute zum Götzendienste verführen). Anfangs stimmten ihm viele bei und wollten mich hinauswerfen, aber ich vermochte sie zu warten, bis sie schie Anklage gegen mich gehört haben würden. Da ergab es sich, daß der Knabe, dem ich die Haphtarah gezeigt hatte, mich.mißverstanden und statt des 14ten Kapitels einen Theil des 12ten und 13ten Sacharjas gelesen hatte. Der Khakham behauptete, daß ich ihm vorsätzlich eine falsche Stelle gezeigt habe, so daß ich ihn verleitet, die anstößigen Stellen zu lesen, nämlichr „Ich will ausgießen über das Haus Davids und über die Einwohner zu Jerusalem den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie zerstochen haben." Und wiederum: „Schwert, mache dich auf über meinen Hirten und überden Mann, der mir der nächste ist, spricht der Herr Zebaoth. Schlage den Hirten, so wird die Heerde sich zerstreuen." Ueber diese Anklage waren die Beistehenden beschämt. Ich antwortete ihm, daß ich durchaus nicht die geringste Absicht gehabt hätte, den Knaben irre zu führen, aber selbst dann, wenn das der Fall gewesen wäre, so hätte er kein Recht, mir solche Schimpfnamen beizulegen für meinen vorausgesetzten Fehler, noch hätte er Ursache so zornig zu werden, da eine Stelle des Propheten so gut sei wie die andere, und es nicht unrecht sein könnte, sie zu lesen. Da er mir nicht antworten wollte, so wandte ich mich an die Versammlung und hielt gerade über diese Stelle eine Ansprache an sie. Ich zeigte ihnen, daß ihre eigenen verdienstlichen Werke, oder Bußübungen und Fasten, wie sie von Menschen vorgeschrieben sind, nicht die Sünde hinwegnehmen können; daß die wahre Buße das Werk des Geistes der Gnade und des Gebets ist, welcher von Gott gegeben oder aus-