Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 da ihr Gemüth zu voll war von der Audienz, die sie beim Pascha gehabt hatten, sowie von dem Versprechen, das er ihnen gegeben hatte und ihren Hoffnungen, daß auch ich für sie Fürsprache in Solymaniah einlegen würde. Ich sagte ihnen, daß ich ein Bote des Evangeliums sei, mit keinem offiziellen politischen Charakter bekleidet, und daß ich sehr daran zweifelte, ob mir der Pascha überhaupt Audienz geben werde; jedoch versprach ich ihnen auf ihre ernsten Bitten, für sie zuthun, was ich nur immer könne; sie dagegen versprachen mir, mich sowohl in Solymaniah während meines Aufenthaltes daselbst, als auch in Bagdad zu besuchen. Solymaniah. Den 26. September verließ ich früh vor Tagesanbruch Kara- Dagh, und erreichte nach einem langen und ermüdenden Marsche Solymaniah am Nachmittage. D—, welcher von dem Maulthiertreiber, der voraus gegangen war, von meiner Ankunft in Kenntniß gesetzt worden war, hatte seinen Bedienten vor das Stadtthor geschickt, um mich in sein Haus einzuladen, und bewirthete mich nicht allein mit der größten Gastfreundschaft während meines Aufenthaltes in S., sondern that Alles, um den Zweck meiner Mission zu fördern. Sobald meine Ankunft bekannt war, kamen mehrere Juden, mich zu besuchen und Bibeln zu kaufen. Es gelang mir jedoch nicht, sie zu einem längern Verweilen zu bewegen, um mich mit ihnen über Religion zu unterhalten, denn es war der Vorabend des Laubhüttensestes, und da das Judenviertel beinahe eine Stunde von D'S Hause entfernt ist, so hatten sie gerade nur Zeit ihre Einkäufe zu machen und dann zum Abend-Gottesdienste zu eilen. Den 27. des Morgens früh ging ich in die Synagoge, hoffend einige Gelegenheit zu finden, zu meinen Brüdern von dem hochwichtigen Gegenstände, ihr Seelenheil betreffend, zu reden. Sie empfingen mich mit großer Achtung und boten mir einen Stuhl an, nahe am Pulte des Vorlesers. Ich hätte jedoch beinahe gänzlich meines Zweckes verfehlt; die Umstände waren folgende. Als sie mit dem Lesen des Gesetzes fertig und eben im Begriff waren, die Haphtarah herzusagen, bemerkte ich einen Knaben, dessen Vater ihm Tags vor-