Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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185 kommen sei, um zu versuchen, ob er etwas retten könne. Obschon ich nur geringe Hoffnung auf einen günstigen Bescheid hatte, so entschloß ich mich doch, zu ihm zu schicken, indem ich mich wegen der ungerechten Forderung beunruhigt fühlte — denn erstens wollte ich diese Forderung nicht zugeben und so ein Beispiel statuiren, auch andere Missionare ungerechter Weise mit Abgaben zu belästigen, und dann war seine Forderung so ungeheuer, daß es lächerlich gewesen sein würde, darein zu willigen. Nachdem ich einige Zeit gewartet hatte, neugierig zu wissen, ob es dem Beamten gefallen würde, eine Entscheidung zu geben, und welches die Entscheidung sein würde, kam mein Bedienter zurück und sagte mir, daß der Beamte, Ahhmed Effendi, entschieden hätte, daß nach dem Gesetz und den bestehenden Traktaten für Bücher nichts bezahlt werden dürfe, und vor den vornehmsten Einwohnern des OrtS, die zu einer Berathung versammelt waren, hinzugefügt hätte, daß daS Gesetz vollkommen gerecht sei, denn religiöse Bücher, wenn sie von Missionaren verkauft würden, wären keine Handelsartikel, da sie viel unter dem Kostenpreise verkauft würden und die Absicht damit verbunden sei, den Käufern geistliche Wohlthaten mitzutheilen. Ich war ganz überrascht, so viel Freisinnigkeit bei einem türkischen Beamten zu finden, aber es ergab sich später, als er mir einen Besuch abstattete, daß er ein alter Bekannter war, der frühere Gouverneur von Deira (welcher sehr gütig und gefällig war, als ich im Frühjahr diesen Ort besuchte) und welcher sich jetzt, obschon er einen Ehrenposten einnahm und Verantwortlichkeit auf sich hatte, in Gegenwart vieler Muhamedaner rühmte, einst im Dienste eines Missionars gewesen zu sein (des Bischofs Southgothe von Constantinopel). Ich darf auch nicht zu erwähnen unterlassen, daß ich am letzten Abend meines Aufenthaltes in Karah-Dagh, gegen 10 Uhr, von den vornehmsten Juden des Orts besucht wurde, welche als Deputirte bei dem Pascha von Solymaniah gewesen waren, und welche eben erst zurückgekehrt waren, aber, obschon sehr ermüdet, nicht zu Bette gehen wollten, ohne mich vorher gesehen zu haben. Ich versuchte natürlich ihre Aufmerksamkeit auf die Botschaft des Evangeliums zu richten, aber konnte keinen tiefen Eindruck auf sie machen,