Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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181 medanischer Rechtsgelehrter oder Priester — welcher stets an meiner Seite ritt und sich mit mir über Frangistan (d. i. Europa) unterhielt und, sobald als er erfuhr, daß ich ein Geistlicher sei, über die christliche Religion. Er fragte mich bald, was wir Christen von Muhamed und dem Islam hielten. Ich antwortete ihm, daß der Islam gut genug sei als eine natürliche deistische Religion, daß — wenn er genau beobachtet wird — er gut genug für diese Welt sei, indem er die Leute von Mord, Götzendienst, Menschenopfer und andern schlechten Thaten abhalte, denen die alten Araber ergeben waren, aber daß er nicht für die künftige Welt gut genug sei, indem er für das künftige Leben keine gewisse Hoffnung geben kann und nicht einmal einen gewissen Grund für die vage Hoffnung, welche er seinen Anbetern vorhält. Darauf sagte ich, daß ich ihm nun auch eine Frage vorlegen wollte, nämlich die, was er von unserm Herrn Jesu halte? Er antwortete, daß er der größte Prophet sei, von einer Jungfrau, dem Geiste und Worte Gottes geboren. Darauf antwortete ich ihm, daß dies Alles Wahrheit sei, aber nicht die volle Wahrheit. „War er nicht der Messias?" Er antwortete bejahend. Ich gab ihm nun eine Beschreibung der Aemter Christi und verweilte besonders bei seinem hohenpriesterlichen Amte und bei der Notwendigkeit, daß er sich selbst als Opfer für die Sünden der Welt darbrächte, indem ich ihm dies als die einzige vernünftige Hoffnung unserer Annahme bei Gott darlegte und ihm zeigte, daß Gott nur in Christo Jesu, dadurch, daß er sich selbst als Sühnopfer für die Sünden dahin gegeben habe, in Wahrheit „der Barmherzige" genannt werden kann. Die einzige Antwort, die er darauf gab, war die, daß der Koran anders lehre, daß nach diesem Buche Christus für immer bleibe, das ist bis zum Ende der Welt, um dann zu sterben und sofort wieder auferweckt zu werden. Dies führte zu einem Gespräch über die Glaubwürdigkeit der Bibel im Vergleich mit dem Koran, und über die Ansprüche Muhameds, daß er als Prophet und als der besondere und letzteKundgeber des Willens Gottes angesehen werde. Er war ganz erstaunt, als ich ihm sagte, daß in keinem Buche der Bibel, weder des Alten, noch des Neuen Testaments, die geringste Weissagung von Muhamed zu finden sei, und daß Muha-