Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554669-2554676--02577-2558451
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

180 Am Abend kam Khodja Abd- Allah, der erste Jude zu Kerkuk und Banquier des Statthalters daselbst zu mir. Er sowohl, wie die ersten Juden in Kifri, welche ihn begleiteten, blieben bei mir bis nach zehn Uhr, und ich nahm die Gelegenheit wahr, zu ihnen von den unerschöpflichen Reichthümern Christi zu sprechen, und zeigte ihnen dabei aus dem alten Testamente den vorbildlichen Charakter des sinaitischen Bundes und die Unzulänglichkeit des levitischen Gesetzes als einer Religion, und bewies ihnen, daß die Erfüllung der Vorbilder und Weissagungen des ersten Bundes nur unter dem Neuen und bessern Bunde geschehen konnte, wo wir eine wirkliche und dauernde Vergebung der Sünden in Christo Jesu haben, in dem alle Verheißungen Gottes „Ja und Amen" sind. Khodja Abd-Allah reichte mir, als er mich verließ, die Hand und versicherte mich seiner Freundschaft. Er bekannte, daß er früher gar sehr von Vorurtheilen gegen die Missionare befangen und sehr feindselig gegen mich gesinnt gewesen sei, als ich in Kerkuk war, denn er hatte von den Rabbinen in Bagdad gehört, daß wir die Leute verleiteten, das Gesetz Mosiö zu brechen, und ihnen große Summen zahlten, Christen oder Ungläubige zu werden. Aber er fügte hinzu, daß er sich seitdem sowohl aus eigener Beobachtung, als auch aus den Berichten seines Bruders in Bagdad überzeugt habe, daß dies eine durchaus falsche Darstellung sei, und daß, obschon er in Betreff unserer Religion nicht mit uns übereinstimmen könne, er doch genöthigt sei, zu sagen, daß wir seine vollkommene Achtung erworben hätten. Möge bald die Zeit kommen, in der nicht allein die Diener Christi geachtet werden, sondern in der ihr Herr und Meister, Jesus Christus, von diesem Volk verehrt und angebetet werden wird. Trotz meiner wiederholten Bitten, noch einen Tag in Kifri zu bleiben, wollten sich die Maulthiertreiber, da sie schon einen Tag in Deli-Abbas verloren hätten, doch nicht dazu verstehen, und so verließen wir Kifri mit einer starken Bedeckung von Baschi Bazuks, um unfern Weg weiter nach Kara Dagh fortzusetzen. Es schloffen sich uns auch noch einige Einwohner von Kifri an, welche nach Solymantah gingen; unter ihnen war ein alter Mullah — ein Muha-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.