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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 15

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Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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175 Geheiß, so besonderes Gewicht legt. Was sollten sie bedeuten? Leider legen sich unsere heutigen Israeliten diese Frage nie vor, und vermeinen, die von Moses vorgeschriebenen Feiertage zu halten, während die Opfer, der Haupttheil des Gottesdienstes, ganz ausfallen. — Was für eine'Freude konnte Gott wohl am Blute geschlachteter Thiere haben, so fragt derjenige, der die Bedeutung der Opfer nicht kennt. Aber es ist auch gar nicht gesagt, daß Gott am Thierblute an und für sich eine unmittelbare Freude haben sollte. Es steht geschrieben 3 Mos 17,11: „Denn des Leibes Leben ist im Blute, und Ich habe eS Euch zum Altäre gegeben, daß Eure Seelen damit versöhnt werden." — Sehet, Ihr feiert alljährlich das Versöhnungsfest, aber das Versöhnungsopfer fehlt Euch. — Lag nun im Blute des Thieres die wirkliche Versöhnung des Menschen mit Gott, oder sollte es nur das Vorbild eines andern Blutes sein, welches der Versöhnung mit Gott bedurfte? — Nun ist doch aber ein vernunftloses, unschuldiges Thier nicht Schuld an der Sünde des Menschen, und es war durch diese Stellvertretung eines Blutes für das andere nur gesagt: In des Menschen Blut liegt die Sünde: Gott ist der Feind der Sünde und müßte also uns, als sündhafte Geschöpfe, vertilgen: er erbarmte sich aber unser und beschloß, uns zu erhalten; damit aber der Gedanke der Sündhaftigkeit und Verderbniß des Menschenblutes immer wach bliebe, wird das Opfer des Blutes eingesetzt: nur durch Blut kann unser Leben mit Gott ausgesöhnt werden. Nachdem wir nun gesehen, daß das mosaische Gesetz eine Vorbereitungsschule war, nicht aber, wie die heutigen Israeliten glauben, eine ewige Dauer haben sollte, so entsteht die Frage, zu welcher Zeit der Zweck desselben als erfüllt anzusehen war. Die Beantwortung dieser Frage hängt mit der Erörterung des dritten Punktes, der Bedeutung des Messias zusammen. Das israelitische Volk war unter allen Völkern das einzige, welches den wahren Gott kannte, und wenn das Gesetz anfänglich auch nur eine mehr äußerliche Gottesverehrung zur Folge hatte, so wurden durch dasselbe dennoch die Gedanken des Volkes immer mehr

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