Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554669-2554676--02569-2558443
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

172 hätte nun das von Sünde verfinsterte Geschöpf wieder vertilgen müssen, aber in seiner Gnade erbarmte er stch desselben, und in seiner Barmherzigkeit beschloß er, es zu erhalten. - - Aber lieben konnte Gott das gefallene, sündhaft gewordene Geschöpf nicht, so lange es in seinem Zustande verblieb. Was mußte also geschehen, bevor Gott sein Geschöpf ferner lieben konnte? Es mußte von der Sünde befreit, es mußte wieder geheiligt werden. - Durch sich selbst konnte es sich aber nicht aus seinem gefallenen Zustande befreien: aus Finsterniß kann nicht Licht entstehen, es muß zuvor Licht in die Finsterniß^gebracht werden: Gott mußte sein Licht von Neuem in die Welt geben und mußte stch dem gefallenen, seinen Schöpfer nicht mehr kennenden Menschen offenbaren, und nachdem er sich ihm offenbart, ihn erlösen. Ehe der alte Liebesbund erneut werden konnte, mußte eine neue Geburt stattfinden; in dem alten Blute steckt die Sünde, und Sünde kann nur Sünde gebären. Wie erfolgte nun die göttliche Offenbarung, unsere Erlösung und Wiedergeburt? Das Alles erzählt uns die Bibel. Lesen wir etwa in der Bibel, daß Gott zur Erde kam, um das Menschengeschlecht zu zwingen, ihn von Neuem anzuerkennen? Gewiß nicht! Zwang verträgt sich nicht mit freiem Willen und Liebe. — Der Schöpfer beschloß, den Menschen zum Gotteswandel zu erziehen. Wie beim Kinde, so mußte beim Menschengeschlechte das Erziehungsgeschäft ganz von vom beginnen. Du bist mein Kind, ich bin dein Vater, das sind die ersten Begriffe, die man dem Kinde beibringt. Du bist mein Geschöpf, ich bin dein Schöpfer, in diesem Sinne sind die ersten Offenbarungsworte Gottes zu verstehen. — Je mehr sich die Begriffskräfte des Kindes entwickeln, desto mehr wird man im Stande sein, von Zukunft und Lebensberuf mit ihm zu sprechen, und alsbald beginnt die eigentliche Erziehung. — Zu Abraham, Jsaac und Jacob wird von Nachkommen gesprochen, es wird ein Land zum Besitz für diese verheißen: ja es wird den Erzvätern die Geschichte aller kommenden Geschlechter aufgedeckt. „Alle Völker der Erde sollen in dir gesegnet sein" wird ihnen verkündet. Jacob kommt nach Egypten, wo stch seine Nachkommen vermehren, und von wo aus sie nach dem den Vätern zugesagten Lande

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.