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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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171 Nachdem uns die Bibel den Anfang aller Dinge, die Erschaffung des Himmels und der Erde erzählt hah, fährt sie 1 Mos. 1, S7 also fort: „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde GotteS schuf er ihn." Gott, der Urquell der Liebe, schuf den Menschen, um ihn zu lieben. Gott, der Urquell der Heiligkeit, kann aber nur lieben, was heilig ist: er schuf also den Menschen nach seinem Bilde, im Abglanze seiner Heiligkeit. Das neue Wesen wurde vom Schöpfer mit freiem Willen ausgestattet, damit es Gott aus freiem Antriebe wieder liebe, denn bei Wesen ohne freien Willen giebt es keine Liebe. Der Mensch lebte im Angesichte Gottes, im innigsten Verbände mit seinem Schöpfer, bis die Verführung auf die Erde kam. Der Mensch ließ sich durch ein Wesen, welches von der Liebe Gottes abgefallen war, ebenfalls von Gott abzufallen verleiten, d. h. er ließ sich dahin bringen, seinen Willen über den Willen seines Schöpfers zu setzen. Des Menschen Wille war, so lange er das Urbild zum Muster hatte und in dessen Licht wandelte, ein geheiligter Wille, aber nun entheiligte der Mensch seinen Willen und schlug den von Gott abführenden Weg ein: er kehrte sich vom ewigen Lichte ab zur ewigen Finsterniß, und handelte nach seinem eigenen Gesetze, d. h. nach seinem Eigenwillen und dieser Eigenwille, entgegengesetzt dem göttlichen Willen, ist der Ursprung der Sünde, mit diesem Eigenwillen beginnt der Sündensall. Es kam nun so weit, daß der Mensch, der seinen freien Willen recht zu bethätigen vermeint hatte, nach dem Sündenfalle gar nicht mehr Herr desselben blieb. Die Sünde umgarnte ihn dergestalt, daß, wenn er sich auch vornahm, seinem eigenen, freien Willen zu folgen, er nicht mehr Macht dazu hatte: blindlings mußte er der Sünde gehorchen, fiel von Stufe zu Stufe und verlor sogar im Laufe der Zeit das Bewußtsein seiner Herkunft und die Kenntniß seines Schöpfers: er verlor sein Gottesbewußtsein. Der Mensch, von Gott abgefallen, verfiel dem Naturgesetze, und mit ihm sank die ganze Schöpfung, deren Haupt er war. — Gott in seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit, dem jede Sünde ein Gräuel, Er, der Urquell alles Lichts und der Feind der Finsterniß,

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