Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 zen, daß Er sich auch Euer erbarme, daß er sein Volk Israel aus der Knechtschaft erlöse! Denn Ihr seid in tiefer Gefangenschaft. Ihr werdet durch Menschensatzungen geknechtet. „Darum, daß die- „ses Volk sich mir nahet mit seinem Munde, und mit seinen Lippen „mich ehret, aber ihr Herz ferne von mir ist, und mich fürchten nach „Menschen-Gebot, die sie lehren, so will ich mit diesem Volke wun- „derlich umgehen, aufs wunderlichste, und seltsamste, daßdieWeis- „heit seiner Weisen untergehe, und der Verstand seiner Klugen ge- „ blendet werde." Jesaias 29, 13. 14. Euer Zustand ist wahrhaft beklagenswerth, aber wie kann er anders sein? Welchen Anhaltspunkt habt Ihr? Wer ist es, der Euch Beseligung in Freuden, und Trost im Leiden gewährt? Ihr rufet zu Gott, aber wie soll Euer Rufen zu Gott kommen, wenn Ihr ihn nicht in Wahrheit erkennt und anbetet? Wie soll Euer Flehen zu Ihm gelangen, dem Allerheiligsten, wenn Ihr nicht selber geheiligt seid? Soll sich denn Gott zum Werkzeuge unserer Leidenschaften, zum Erfüller unserer kleinlichen Begehrnisse machen? „Denn meine Ge- „danken sind nicht Eure Gedanken, und Eure Wege sind nicht meine „Wege, spricht der Herr." Jesaias 55, 8. Steht denn nicht unsere Sünde zwischen Ihm und uns? Können denn Gebete aus unreinem Herzen und unreinem Munde zu Ihm gelangen, dessen Ohr nur Töne der Heiligkeit vernehmen kann? Muß er durch seinen Geist nicht zuvor unser Herz gereinigt und geheiligt haben? Und durch wen seid Ihr denn geheiligt? Wer ist Euer Vermittler? Wie soll sich Gott Euch vermitteln, wie soll er sich mit Euch in Verbindung setzen? Eure Rabbiner pflegen zu sagen: durch Wunder. Soll Er neue Wunder thun? Hat er deren nicht schon genug gethan? Und wenn er sie von Neuem thäte, würdet Ihr eine Stunde später noch daran glauben? Und nachdem das Wunder geschehen, wäre ja Euer Zustand kein anderer, als zuvor. Die Vermittelung wäre ja von Neuem abgeschnitten. Wie soll denn das eine Vermittelung heißen, welche ewig neu geknüpft, immer aufs Neue abreißt! Kann denn durch äußere Wunder eine innere Heiligung, eine innere Vermittelung zwischen Gott unb dem Menschen entstehen? In unserm Herzen muß das Vermittelungsband geknüpft werden, als ein ewiges