Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 11-12 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 funi>en? Nirgends, nirgends! Und nun zum erstenmal in meinem Leben empfand ich diese Herzenserleichterung, nun erfuhr ich, was es heißt: erlöst werden, was ein Erlöser auf sich hat! Nun hatte ich die wahre Religion gefunden, sie, die uns mit der Welt und uns selber aussöhnt und uns die Knie beugen lehrt vor unserm allbarmherzigen Vater im Himmel. — O Christus, Du bist mein Erlöser und wirst es ewig sein! Nachdem ich Christus gefunden, nachdem die Taufe in meinem Innern vor sich gegangen, konnte nichts mich abhalten, mein Bekenntniß vor der Welt abzulegen. — Während jenes oben erwähnten Kampfes der christlichen Religionspartheien fühlte ich mich, wie erzählt, zu den Katholiken hingezogen: ich ging also zu einem katholischen Geistlichen, welcher mich sehr freundlich aufnahm, und mir namentlich die Dreieinigkeitslehre sehr tüchtig auseinandersetzte. — Um mir jedoch über alle christlichen Religionsbekenntnisse Aufklärung zu verschaffen, wandte ich mich auch an mehrere der protestantischen Prediger, und war bald in den Stand gesetzt, mir ein Urtheil über die verschiedenen Religtonssormen zu bilden. — Der Katholicismus, der in seinen Formen etwas Geschmeidiges, Anziehendes für mich gehabt hatte, erschien mir nun in seinem Wesen mit Menschensatzungen vermischt, welche auseinanderzusetzen hier der Ort nicht ist. — Menschensatzungen hatte ich genug im Judenthum: ich sehnte mich nach der reinen Lehre des Evangeliums, ließ mich durch einen protestantischen Prediger zum Christenthume vorbereiten, und wurde am 25. September 1842 in meinem zweiunddreißigsten Jahre getauft. — Jetzt gehöre ich also dem neugebornen Menschengeschlechte an. O Ihr, meine früheren Glaubensgenossen, unter denen ich noch theure Verwandte habe, sollte ich Euch das Glück eines neugebvrnen Menschen schildern, so wäre mir das unmöglich. Dazu besitze ich zu wenig Beredsamkeit, und kein Sterblicher, wäre er auch noch so beredt, kann davon die wahre Schilderung geben. Jetzt empfinde ich, was es heißt: das ewige Leben haben, denn der neugeborne Mensch ist hier schon des ewigen Lebens theilhaftig. Ja Gottes Gnade war groß gegen mich, nur durch seine Hülfe bin ich zu ihm gelangt. Jetzt, wo er mich so beglückt hat, flehe ich zu Ihm mit ganzem Her-