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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 9-10 (1856) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
9-10 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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ISS 40V Jahren wurde, wie ich vermuthe, den Juden in England dasselbe zugestanden, was der Firma» verspricht — Religionsfreiheit und das Recht, das erworbene Eigenthum zu besitzen. Diese Ertaubniß ging weit über die Gefühle des Volkes deS Landes hinaus, selbst in einer viel späteren Zeit. Ich erinnere mich von einem mir sehr wohl bekannten Juden gehört zu haben, daß eine seiner frühesten Erinnerungen auS der Kindheit die war: Eines Tages spielte er in London in dem Hause eines Nachbars, seine Mutter stürzt in großer Hast und Unruhe hinein, nimmt ihn auf ihre Arme, drückt ihn an ihr Herz und lief so schnell sie konnte in ihre eigene Wohnung, riegelte die Thüre zu, und schloß die Fensterladen, denn das ganze Judenviertel war in Schrecken. Beim Aufruhr zur Zeit Lord Georg Gordon'S drohte der Pöbel die Juden zu plündern und Verderben über sic zu bringen. Als ich vorhin Herrn Stowells Reden anhörte, und sah, wie aufmerksam Jedermann war, dachte ich bei mir selbst, welch großer Fortschritt ist doch seit jenem Ereigniß in London geschehen! Und der Mann, auf den ich mich beziehe, ist jetzt hier auf dieser Plattform, und ich, der Sohn jenes Mannes, muß heute in diesem Saale auftreten und einen solchen Antrag stellen! Der Fortschritt in der Türkei mag langsam sein, wie er eS in England gewesen ist, ehe eS bis zu einer vollen Duldung nnd Achtung deS jüdischen Volkes kommt. Aber der Firman legt einen guten Grund, und wir haben keinen Zweifel, zu seiner Zeit werden wir all die guten Folgen sehen, die man vernünftiger Weise erwarten kann. Nach diesen Bemerkungen über den Firman selbst, erlaube man mir noch einige Worte über die außerordentlichen Ereignisse, wie der Antrag sie mit Recht nennt, die mit jenem Firman in Verbindung stehen. Was ist jener Firman? Er ist einmal die Ausrottung des Grundgesetzes des MuhamedaniSmus, er ist ein Hieb an die Wurzel deS Korans, er nimmt geradezu die Säulen weg, auf denen er ruht. Er zeigt in der That, daß der Koran abgeschafft ist, daß er veraltet ist, daß man die Festung nicht länger halten kann, welche der Fanatismus Muhameds und seiner Nachfolger erobert hatte, und daß die Mauer niedergeriffen ist, die uns Juden von ihrem Lande auSfchloß. ES ist ein merkwürdiges Ereigniß, daß alle großen Staaten.

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