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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 9-10 (1856) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
9-10 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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147 Antrag, den ich unterstützen soll, spricht von dem erneuerten und wachsenden Interesse, welches durch die letzten politischen Ereignisse für Jerusalem angeregt ist. Nachdem der Redner von der Wichtigkeit der protestantischen Kirche und des Gottesdienstes in derselben gesprochen, fährt er fort : DaS Missionswerk wie das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Geberden. Es ist schwer, das MissionSwerk zu sehen, und noch mehr, wir können die Herzen der Menschen nicht sehen. Indem ich Einiges erzählen will von dem, was ich gesehen habe, will ich nur noch zuvor bemerken, daß ich mit der jüdische» Mission durchaus in keiner Verbindung stehe. Meine Mission war zu den Christen, aber indem ich dies Werk betrieb sähe ich auch Manches von dem, was unter den Juden geschah. Ich habe an dem Gottesdienste der protestantischen Kirche in Jerusalem Theit genommen, wo der größte Theil der Versammlung gläubige Israeliten sind, und selbst Muhamedaner haben Zeugniß abgelegt von der Reinheit unsers Gottesdienstes. Ich habe Muhamedaner und Juden erklären hören, daß, wenn sie je Christen würden, sie nur den protestantischen Glauben annehmen würden; denn die Protestanten wären, nach ihrer Meinung, der Wahrheit am nächsten. Wenn ich die Missionare dieser Gesellschaft in Jerusalem besuchte, fand ich häufig forschende Juden bei ihnen. Es ist ein eigenthümlicher Umstand bei dem Missionswerk im Osten, daß die Leute viel häufiger zu uns kommen, als wir ihnen nachgchen... Häufig haben ihre Besuche freilich keinen andern Grund als Neugier, oder den Wunsch ihre Geschicklichkeit oder ihre eigene Ueberlegenheit zu zeigen. Was aber auch der Beweggrund ihres Kommens sei, so gehen sie selten weg ohne etwas von Jesu von Nazareth -gehört zu haben.... Ich glaube, daß in jenem Theile der östlichen Welt das jüdische Gemüth gegenwärtig mehr für daS CHMenlhum gestimmt ist als in irgend einer frühern Zeit. Wir müssen die Wichtigkeit des Missionswerkes nicht immer nach der Zahl der Bekehrten beurtheilen. Wäre es uns bloß um eine lange Lifte von Bekehrten zu thun, so könnten wir deren genug bekommen; aber die Missionare der Gesellschaft, mit welcher ich verbunden bin — lind nach dem, was ich selbst gesehen habe, ist es auch so 10*

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