Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 als Menschen , die Götzendienst lehren. Jetzt wissen sie, daß der Gottesdienst in der evangelischen Kirche so frei ist vom Götzendienst, wie nur je der Tempel in Jerusalem. Eine andere Umwälzung ihrer Gesinnung läßt noch Größeres hoffen: sie fangen an Jesum von Nazareth ohne Vorurtheil anzusehen, ja fast mit Gefühlen der Ehrfurcht und Hoffnung. Zur Erläuterung dieser Behauptung will ich nur Eins erwähnen. Einer unserer Missionare in der Türkei hörte einen Türken Lästerungen gegen den Namen Jesu ausstoßen, ein junger Jude aber, der dabei stand, schalt ihn wegen seiner Lästerung. „Was," sagte der Türke zu dem Juden: „der Erbfeind Jesu ist sein Vertheidiger geworden? Was sind das für wunderbare Zeiten, in denen wir leben!" Wir leben in der That in wunderbaren Zeiten, und wunderbar ist es, wie das jüdische Gemüth anfängt sich zu verändern und zu dem nach Erlösung aufzublicken, in dem wir Vergebung haben. Wie merkwürdig ist der Zustand der Stadt, auf welche sich mein Antrag bezieht, nämlich Jerusalems!.. Dieser Name ist verbunden mit Allem, was uns theUer ist, mit Allem, was der Menschheit heilig ist, mit allem Reichthum der Gnade, mit aller Berühmtheit in der Vergangenheit, mit aller Größe der künftigen Erwartung. Jerusalem! Wessen Herz bei diesem Ton nicht pocht und wessen Herzenssaiten bei dem süßen Echo desselben nicht in Bewegung gerathen, hat wenig tiefes Gefühl. Ich kann kaum den Namen Jerusalem ausfprechen, ohne den heißesten Enthusiasmus, ohne das innigste Interesse zu fühlen.... Obgleich wir keine Gesellschaft sind, um Jerusalem wieder aufzubauen, oder die Juden nach Judäa zurückzuschicken, so hat doch die Juden-Gesellschaft die allgemeine Hoffnung der Wiederherstellung Jerusalems, einer Wiederherstellung, die die Vollendung der Weissagung auf Erden und ein herrlicher Triumph für die Kirche Gottes sein wird. Und stimmt eS nicht mit dieser Ansicht von der Weissagung überein, daß unter den jetzigen merkwürdigen Begebenheiten daS heilige Land keiner fremden Macht übergeben ist-... Warum ist ein Land vorhanden, das kein Volk hat; und ein Volk über die ganze Welt zerstreut, daS kein Land hat? Weil daS Land auf das Volk tmd das Volk auf das Land wartet, und weil Gott, der das ®»K L««th 1856. 10