Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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144 eine Ration unter dem Himmel ihnen geben könnte. Es sind Zeichen vorhanden, daß ihre Aussicht heller wird. Es geht eine mächtige geistige und moralische Umwälzung vor in dem jüdischen Volk in der ganzen 7Welt, und diese geistige und moralische Umwälzung rührt großentheilS her von dem mittelbaren oder unmittelbaren Einfluß der Londoner Gesellschaft zur Beförderung deS Christenthums unter den Juden. Kleinliche Leute wollen schnelle Erfolge, große Geister warten geduldig auf große Erfolge. Die Jahreszeiten kommen langsam und still und verborgen an, aber mächtig ist die Um» wälzung. Der Aufgang der Sonne wird zuweilen, wie es scheinen möchte, aufgehalten von Wolken und Stürmen, aber sie geht ihre Straße fort, das Licht muß zum vollen Tage werden. So haben auch viele großen Umwälzungen im Reiche der Macht und Gnade ihren stillen, geheimen und langsamen Charakter. Hätten wir bloS ein paar Erstlinge der Ernte, so könnten wir meinen, die volle Ernte sei noch in weiter Ferne; wenn wir aber finden, daß im ganzen jüdischen Gemüth eine allmälige Umwälzung geschieht, so können wir annehmen, daß große Dinge bevorstehen. Ich will nur EinS anführen, mein Freund vr. M'Caul, der die jüdische Angelegenheit mit einem fast prophetischen Auge beobachtet, wird mir beistimmen; ich behaupte, daß die rabbinischen Fesseln, die das jüdische Gemüth so lange gefesselt und gebunden, und für die göttliche Wahrheit fast unzugänglich gemacht haben, brechen, so daß daS Gemüth frei wird; dieses Brechen ihrer Bande und Fesseln scheint mir von einer geheimen Berührung des Fingers Gottes bewirkt zu sein. Wenn die Katholiken sich von der menschlichen Tradition zur Bibel wenden, so haben wir Grund zu hoffen, daß sie sich vom Antichrist zu Christo wenden werden: so können wir auch, wenn sich die Juden vom Rabbinismus und Talmudismus zu Moses und den Propheten wenden, den Schluß machen, daß sie nicht fern sind vom Reiche Gottes. Es geht aber noch eine andere mächtige Veränderung in dem jüdischen Gemüthe vor, nämlich eine veränderte Gesinnung gegen die, welche den Namen Christi bekennen. Sie pflegten uns mit Mißfallen oder gar mit Abscheu anzusehen; sie betrachteten uns als Feinde, nicht als Freunde; sie brandmarkten uns