Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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xm wandernden Juden anfing zu schmelzen. Er wurde ins Spital gebracht, und dort ist die Einrichtung getroffen, daß Jemand die Kranken, die nicht lesen können, unterrichtet, damit fie fertig lesen lernen. Das Buch, das dazu gebraucht wird, ist das Wort Gottes; und manche Person hat hier bereits das Wozj Gottes lesen gelernt! Hier war nun auch jener arme Mann; Abschnitte der Bibel wurden ihm vorgelesen, und als er das Spital verließ, fragte man ihn: WaS denken Sie jetzt? Stille Thränen rollten über sein Gesicht und er sagte: Meine ganze Hoffnung ist auf Jesum gerichtet. Das war ein Bekenntniß! Niemand konnte größere Freude empfinden, als der Missionar, der den armen Juden zu mir brachte. Ich prüfte ihn auf alle mögliche Weise, um die wahre Beschaffenheit des innern Werkes kennen zu lernen, und ich war tief ergriffen, da er auf meine verschiedenen Fragen an ihn erwiederte: Ich hoffe vor Gott gerechtfertiget zu werden durch den Glauben an Jesum Christum, und zwar an ihn allein. Er wurde bald daraus getauft; und das war ein gar lieblicher Abend. Bei der Gelegenheit wurde eine Predigt an die Juden gehalten, und seit dem wird jedes Vierteljahr eine solche Predigt gehalten, was auch, wie ich hoffe, noch viele Jahre geschehen wird." Nachdem der Redner einige ermunternde Fälle ähnlicher Bekehrungen angeführt, erzählt er schließlich noch ausführlich die folgende: „Als ich eines Nachmittags eine elende Straße besuchte, fand ich einen armen Mann, der früher in guten Umständen gewesen war, er gehörte zu der arbeitenden Klaffe. Ich entdeckte nicht alsbald, daß er ein Jude war. Er war Lithograph, und wenn er arbeiten wollte, konnte er in einer Woche 6 Guineen verdienen. Durch seine Völlerei war er genöthigt gewesen, das letzte Stück Wäsche zu versetzen, um eine» Biffen Brot zu bekommen. Er wurde sorgfältig beaufsichtigt, aber sobald er gesund »vurde, war er der alte Mensch wieder, und er kam nach und nach dahin, daß er das Dasein eines Gottes leugnete. Unser Missionar wurde aufgefordert ihn zu besuchen, und er that es sehr eifrig. Seine Einwürfe wurden alle beseitigt. Er war erstaunt zu sehen, daß die Worte Moses und der Propheten bereits erfüllt waren und noch immer in Erfüllung gingen, und es daher klar sei, das Wort Gottes