Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Bristol erkennen sie es dankbar an, daß sie die Liebe und Freundlichkeit, die sie von ihren Freunden in England erfahren, dem N. Testament und unserm Herrn und Heilande Jesu Christo verdanken. Und das ist eine Sache von großer Wichtigkeit. Der eben erzählte Umstand lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Juden, die in meinem eigenen Kirchspiel wohnen, und man halte es mir zu Gute, wenn ich die Hoffnung ausspreche, daß doch ein jeder Geistlicher in England seine Aufmerksamkeit auf die Juden richten möchte, die in seiner eigenen Parochie wohnen. Als ich, My Lord, jetzt eben Ihre Worte hörte, mußte ich denken, daß wir vielleicht die Juden nicht mehr lange hier haben werden, um ihnen von Jesu zu sagen und daß wir daher unser Werk und unfern Weg beschleunigen müffen. Diese Gesellschaft wurde ersucht einen Missionar nach Bristol zu schicken, sie that es, und ich freue mich, daß die Füße eines Missionars der Gesellschaft Bristols Straßen betraten. Es betrübt mich sagen zu müssen, daß er im Begriff ist, in einen andern Theil der Welt zu gehen, aber ich kann den Namen Kleinhenn nicht erwähnen, ohne ein Gefühl der Dankbarkeit gegen Gott für die besondere Hingabe dieses Mannes um die verlornen Schafe des HauseS Israel in den Höfen und Gaffen, und an den schmutzigsten und unheimlichsten Orten — es giebt leider viele unheimliche Orte in Bristol — aufzusuchen. Aber Gott hat seine Arbeiten wunderbar gesegnet. Ich will einen oder zwei Fälle erwähnen, um den Erfolg zu zeigen, der unsere Bemühungen in dieser Stadt begleitet hat. Ein junger Mann kam nach Bristol, der wegen der Recrutirung von Warschau entflohen war. Vom Frühjahr bis zum Winter war er in England herum gewandert. Bei seiner Ankunft in Bristol war er krank, arm und fast verhungert. Er suchte Geldunterstützung; er fand den Missionar und sprach ihn um die genannte Hilfe an. Dieser suchte mit seinem eigenthümlichen Ernst einen Samen der Wahrheit auf sein Gemüth zu streuen. Der düstre Blick seines Gesichts, die Runzeln seiner Stirn hätten Jedermann zurückstoßen mögen. Diese Düsternheit zeigte sich immer wieder, aber der Thau ausdauernder Gnade war dem Missionar gegeben und er fuhr fort ihn freundlich zu behandeln, bis endlich das Herz dieses armen