Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554669-2554674--02512-2558384- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
in Monotheismus zu bekennen? Es ist ja doch nur „so zu sagen die Invasion einer neuen Civilisation", und wenn „das ein glänzendeS CommeNtarstück" sein soll „zur Sendung Israels", was müssen dann die dunkleren sein? Dieser Beweis von Erfolg reducirt sich demnach auf ein sehr geringes Quantum, und wir müssen auf bessere und „glänzendere" Commentarstücke warten, ehe wir unsere Ansicht über die besungene Mission Israels ändern können. — Wenn wir aber auch von allem Erfolge absehen und zugeben wollten, daß selbst der gänzliche Mangel alles Erfolges kein Beweis wäre für unsre Behauptung, so müßten und würden wir doch so lange sagen, diese Mission ist eine Unwahrheit bis die Vertheidiger derselben den klaren, deutlichen Beweis aus Gottes Wort geführt haben, daß sie diese Sendung in ihrem gegenwärtigen Zustande von Gott empfangen haben; nach dem aber, was wir aus dem Worte Gottes über Israels Lage und Verhältniß seit 1800 Jahren wissen, und in diesen Blättern schon so oft als unumstößliche Wahrheit erwiesen haben, gilt von Israel, das sich eine solche Sendung anmaßt, nur das schwere Wort, das der Herr so oft gegen die falschen Propheten ausgesprochen hat, wie wir z. B. Jeremias 14, 14 lesen: „Und der Herr sprach zu mir: die Propheten weissagen falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, und ihnen nichts befohlen, und nichts mit ihnen geredet" u. s. w. oder Jeremias 23, 21. „Ich sandte die Propheten nicht, noch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, noch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rath blieben, und hätten meine Worte meinem Volk gepredigt: so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehrt". Wie aber diese Mission an sich selbst eine Unwahrheit ist, so ist sie auch ein Widerspruch mit sich selbst. Die Beförderer der christlichen Mission gehen von der Ueberzeugung aus, daß, so wie es nur Einen Gott giebt, es auch nur Eine Wahrheit, nur Einen wahren Glauben geben könne; und da sie sich dessen bewußt sind, diesen Einen wahren Gott, diese Eine Wahrheit, diesen Einen wahren Glauben zu kennen und zu haben, und daß nur in diesem Einen wahren