Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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116 8. Paris). Wir heben folgende, treu übersetzte Stelle hervor (rek. p. 10): „„Man habe mehr oder weniger Achtung vor den Schriften der Hebräer und der Philosophie der Juden: so darf man nie den unermeßlichen Anspruch vergessen, welchen sie während des Mittelalters auf die allgemeine Dankbarkeit erworben haben; sie waren lange Zeit der einzige Ring, der den Orient mit dem Abendland verband, der in diesem gottlosen Ehebruch der Menschheit, die beiden, christlichen und muselmännischen Fanatismen täuschend, von einer Welt zur andern eine dauernde Verbindung des Handels und des Geistes (de« lumieres) bewahrte; ihre zahlreichen Synagogen, ihre Schulen, ihre Akademieen, überall hin verbreitet, waren die Kette, in welcher das gegen sich selbst getrennte Menschengeschlecht noch mit einem gleichen intellektuellen Leben vibrirte; dies ist noch nicht Alles, es war eine Stunde, wo die ganze Barbarei, wo die Franken, die griechischen Säulenbewohner, die Araber in Spanien selbst sich verbanden, ohne sich zu besprechen, dem Gedanken den Krieg zu erklären. Wo verbarg sich dieser damals? In dem bescheidenen Asyl, welches die Juden ihm gaben; sie allein bestanden darauf, zu denken.und blieben in dieser schrecklichen Stunde das geheimnißvolle Bewußtsein der verfinsterten Erde, die Araber entnahmen von ihnen die Fackel, von den Arabern die Christen. Unterdrückt durch die einen und die andern, bestanden die Juden im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert einen grausamen Verfall, nichts desto weniger blieben sie in Spanien (ebenso und mehr wie die Mauren) das civilisirte Volk, ihre Zerstreuung in Europa war so zu sagen die Invasion einer neuen Civilisation: Alles erfuhr den geheimen und darum mächtigen Einfluß der spanischen und portugiesischen Juden."" Diesem Auszuge fügt der Herausgeber der Allgemeinen Zeitung des Judenthums die triumphirende Bemerkung bei: „Dies ist ein glänzendes Commentarstück zu unserer „„Sendung Israels""! Wir lassen diesen Beweis gelten, fragen aber: ist denn hier gesagt, daß auch nur ein einziger Mensch durch Israels Missionswirksamkeit veranlaßt worden sei den Götzendienst aufzügeben und sich zum