Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1856-01-01 · 7-8 (1856) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
7-8 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554669-2554674--02505-2558377
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

HO sowohl in Bezug auf die Finsterniß, in der wir Heiden ehedem saßen, als auch in Bezug auf das Licht, das wir jetzt genießen, des wir uns freuen und jauchzen, daß cs „gekommen ist von Israel allein." Wir leugnen weder das Eine noch das Andre; wir wollen kein heidnisches Licht, keine Philosophie, keine Moral der Heiden, sondern nur das Licht, das Gott selbst in Israel angezündet; einmal das Licht des Wortes Gottes, indem die Sonne der Gerechtigkeit, die der letzte Prophet Maleachie noch verkündigte, wenn er sagt 4, 2: „Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll ausgehen die Sonne der Gerechtigkeit, und Heil unter desselbigen Flügeln." Das ist und soll unser Licht sein und bleiben nun und immerdar. Und das Licht „ist gekommen von Israel allein." Darum betrachten wir uns auch als Israels Schuldner. — Daß der Dichter aber kein helleres Licht kennt als „den Strahl des Frühroths", der am „Sinai prangte", und bei dem „es Dämmrung selbst um Israel noch war" das ist freilich traurig genug, um so trauriger, da die Wächter auf Zions Zinnen und Jerusalems Mauern schon so lange gerufen: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir." Wir wissen nicht, was der Verfasser, der dieses Licht, diese Sonne der Gerechtigkeit, die in Jesu Christo, dem Sohne Davids, vor 1800 Jahren bereits aufgegangen ist, nicht steht, für ein Licht vor Augen haben mag, wenn er weiter singt: „Da (nach Rückkehr aus Babel) ward es Zeit — und aus dem Lichtmeer drang von Israel ein Strahl, ein Leuchten, die vor sich her die Wolken scheuchten, und es begann des schwersten Kampfes Gang: denn Licht und Nacht, sie rangen fort und fort, bald siegt das Licht, bald weicht'S von Ort zu Ort. Da mischt sich beides in der Völker Blick, der noch nicht trägt die ganze Wahrheit, im West ein Glühn von Nacht und Klarheit, im Ost ein Dämmern vorwärts und zurück — Doch immer Heller steigt herauf der Tag — Der Wächter rust's — nur ruhig, nicht verzag'! Und daß dem Licht die Zeugen überall, ergreift dich, Juda, Gottes Wille, und streut dich auf die Länderfülle und durch der Zeiten starken Schwall — Steh fest und kühn, des Adlers

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.