Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 der „Gottesfriede" ist nur in der Ordnung zu finden, die Gott selbst gemacht hat, und die lautet Jesaias 48, 18. O daß du auf meine Gebote merktest: so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom, und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen; und Cap. 53, 5. Die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Friede hätten. In dem 13., und wie es scheint, dem letzten Gesänge „der Sendung Israels", der die Nacht der Völker dieser Welt und das Licht Israel besingt, finden wir endlich Etwas, was wir vor allen Dingen anerkennend bemerken müssen. Es ist ein Bekenntniß, daß auch Israel oft geschwankt und gefehlt habe. Hier singt nämlich der Verfasser: „Noch war es Dämmrung selbst um Israel, als es der Strahl des Frühroths grüßte; lang war der Kampf und schmerzhaft büßte es oft genug das Schwanken und den Fehl; hinausgeschleudert wardS auf Babels Strand, bis unter Fremder Joch es selbst sich fand". Also doch zuletzt noch das Geständniß, daß Israel „oft genug das Schwanken und den Fehl gebüßt"; und namentlich auch das Geständniß, daß es „hinausgeschleudert ward auf Babels Strand", also scheint doch die babilonische Gefangenschaft noch als eine Strafe Gottes für Israel oder richtiger Juda's Sünden anerkannt zu sein. Wie steht es nun aber mit dem Gelöbniß, daß Israel „ewig" in seinem Missionsberufe sein wolle und werde, wie mit dem: „Immer hören wir und thun"? Run, das muß man nicht genau nehmen, das würde ja nur einen „blöden Glauben" verrathen, und dann war es ja kein Sündigen, sondern nur ein „Schwanken" und ein „Fehl". — Also der Harfenspieler besinget die Nacht, die auf der Welt liegt, und das Licht, das in Israel ausgegangen ist: „Das Licht, das Licht der dunkeln Welt gebracht, das Licht inmitten einer Welt voll Nacht, voll Sturm und Traum und wilden Wahnes Graus, das seltner Sterne Strahlen löschet aus. — Gekommen ist's von Israel allein: im Ost erglüht, wie Morgens Purpurschein, von Berg zu Berg, von Thal zu Thal geballt, bis es der Menschheit Ebne überwallt, bis überfluthet Meer und Land des Lichtes jauchzt von Strand zu Strand"! Das unterschreiben wir und sagen mit Mund und Herzen Ja und Amen dazu,